Britischer Kabelriese
NTL zahlt Zinsen nicht mehr

Bei dem britischen Kabelnetzbetreiber NTL droht Anleihebesitzern ein größerer Zahlungsausfall als bei der Pleite des US-Unternehmens Enron. NTL hat die Zahlung von Zinsen auf drei Anleihen einer Tochtergesellschaft ausgesetzt. Insgesamt hat das Unternehmen Anleihen im Gesamtwert von 11,1 Mrd. $ ausgegeben.

FRANKFURT/LONDON. Bei dem britischen Kabelnetzbetreiber NTL droht Anleihebesitzern ein größerer Zahlungsausfall als bei der Pleite des US-Unternehmens Enron. NTL hat die Zahlung von Zinsen auf drei Anleihen einer Tochtergesellschaft ausgesetzt. Insgesamt hat das Unternehmen Anleihen im Gesamtwert von 11,1 Mrd. $ ausgegeben.

NTL betonte gestern, dass die Anleihegläubiger selbst das Unternehmen zu dem Zahlungsverzug ermuntert haben. Den offenbar freiwilligen Verzicht der Anleihe-Gläubiger auf eine Zinszahlung wertet das Unternehmen als Zustimmung für seinen Restrukturierungskurs. Der Kabelnetzbetreiber versucht seit Monaten, seine milliardenschwere Schuldenlast umzuschichten. Beobachter in London spekulieren darauf, dass NTL einen Teil der Anleihen in Aktien umwandeln will. Vor einem solchen Schritt müssten allerdings mehr als zwei Drittel der Anleihe-Gläubiger zustimmen. Zusätzlich zu den Anleihen steht NTL bei den Banken mit sechs Mrd. $ in der Kreide.

NTL, zu dessen Aktionären illustre Namen wie France Télécom, Goldman Sachs, Citigroup und Merrill Lynch gehören, muss seinem langjährigen Wachstumskurs Tribut zollen. Der britische Netzbetreiber Nummer eins hat jahrelang Milliarden in die Infrastruktur auf der Insel und in neue Projekte gepumpt. Zudem kaufte das Unternehmen europaweit Anteile an lokalen Kabelnetzbetreibern. In Deutschland hält NTL rund ein Drittel des hessischen Netzbetreibers Iesy.

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