Britischer Reiseveranstalter mit Rekord-Ergebnis im abgelaufenen Jahr
Ungewisser Ausblick trübt Airtours-Bilanz

Der größte britische Pauschalreisenanbieter Airtours Plc hat die Zahl seiner Mitarbeiter um 1 600 auf 27 000 verringert. "Das ist die direkte Folge der Ereignisse vom 11. September", sagte Chief Executive Officer Tim Byrne bei Vorstellung der Jahreszahlen.

HB LONDON. Zurückhaltend ist das Unternehmen, das sich in MyTravel Group Plc umfirmieren wird, bei der weiteren Markteinschätzung. Nicht unzufrieden wäre man, wenn im neuen Geschäftsjahr ein Ergebnis auf Vorjahresniveau erzielt werden könnte.

"Unabhängige Marktforscher haben uns bestätigt, dass die große Mehrheit unserer Kunden auch im kommenden Jahr einen Sommerurlaub plant", erklärte Vorstandschef David Crossland. Das Unternehmen hat bereits mit Kapazitätskürzungen reagiert, was jedoch nach Ansicht von Analyst Andrew Hunter von Merril Lynch nicht auf das Ergebnis durchschlagen muss. "Bei Airtours geht es nicht um Volumen, sondern um Margen. Die ließen sich auch bei geringerer Kapazität erzielen."

Zuversichtlich bleibt auch der Unternehmens-Broker von Credit Suisse First Boston. Es könne zwar zu geringeren Gewinnschätzungen kommen, doch die Aktie sei werthaltig. Die Kauf-Empfehlung wird aufrechterhalten. Dagegen hat WestLB Panmure die Aktie von "Outperform" auf "Buy" herabgestuft. Die Marktbedingungen seien schwieriger. Vieles hänge davon ab, wie sich die Buchungen im wichtigen Monat Januar entwickelten.

Die Airtours-Aktie konnte im zunächst eher unschlüssigen Markt um 2,6 % auf 238 p zulegen. Seinen diesjährigen Tiefststand erlebte der Anteilsschein bei einem Stand von 110 p wenige Tage nach dem Terror-Angriff in den USA. Vom diesjährigen Hoch von 336 p ist die Aktie noch ein gutes Stück entfernt.

Im Geschäftsjahr 2000/2001 (30.9.) erhöhte der Reiseveranstalter den Umsatz um 15 % auf 5,1 Mrd. Pfund und steigerte das Betriebsergebnis vor Sonderfaktoren und Abschreibungen überdurchschnittlich um 58 % auf 132 Mill. Pfund. Dagegen gingen die Vorsteuer-Gewinne kräftig von 211 Mill. Pfund auf 81 Mill. Pfund zurück. Bei der deutschen Tochter FTI (Frosch Touristik) mit Sitz in München gelang es, den Bruttoverlust auf 25,5 (44,6) Mill. Pfund fast zu halbieren.

Auf Spekulationen in den Medien, dass die verhaltene Lage in der Tourismus-Branche die Konsolidierung weiter anheizen könnte, reagierte das Management nicht. In der City wird darauf verwiesen, dass ein Zusammenschluss von Airtours und Wettbewerber First Choice Sinn machen würde. Kartellrechtliche Bedenken müssten nach der Übernahme der britischen Veranstalter Thomson durch Preussag und Thomas Cook in der von Neckermann und Condor dominierten neuen Thomas Cook AG in einem anderen Licht gesehen werden.

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