Broadvision
Schluss mit lustig

Souverän begrüßte Randall Bolton, Finanzvorstand des E-Commerce-Software-Herstellers Broadvision, gestern die Finanz-Analysten vor der üblichen Vorlage der Quartalsergebnisse zu einer Telefonkonferenz.

Doch anders als in vielen Quartalen zuvor, verkündete bereits nach wenigen Minuten der Broadvision-Chef Pehong Chen den Rücktritt von "Randy" Bolton als Finanzvorstand. Bei der einstigen Vorzeige-Softwareschmiede im Bereich der Personalisierung von Internetangeboten ist Schluss mit lustig.

Denn bereits zum zweiten Mal hat das Unternehmen seine eigenen Prognosen verfehlt und musste die Anleger warnen. Die Anleger strafen solche Vergehen inzwischen gnadenlos ab. Und obwohl die Aktie bereits auf Tiefsständen notiert, löste die Nachricht einen erneuten Kurssturz aus.

Der Rücktritt von Randall dürfte in den kommenden Monaten kein Einzelfall bleiben. Denn selbst die bereits stark nach unten korrigierten Prognosen vieler Vorstände von Unternehmen jenseits und diesseits des Atlantik erscheinen aus heutiger Sicht noch immer viel zu optimistisch. Was liegt also näher, als im Management die Köpfe rollen zu lassen?

Bekanntlich sollen neue Besen besser als die Alten fegen. Ob das allerdings auch für die Internet- und Softwarebranche gilt ist fraglich. Denn das Letzte, was die angeschlagenen Unternehmen in den bevorstehenden Quartalen brauchen können, ist eine Führungsmannschaft, die sich erst finden und einarbeiten muss.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%