Bronze im Bahnradsport
Nimke enttäuscht über Farbe der Medaille

Der Bahnradsportler Stefan Nimke hat im Zeitfahrern über 1000 Meter die Bronzemedaille errungen. Gänzlich zufrieden war der 26-Jährige damit aber nicht. Er hatte sich weit mehr ausgerechnet.

HB ATHEN. Stefan Nimke war mit seinen Gefühlen hin- und hergerissen. Kurz nach dem 1000 Meter Bahn-Zeitfahren im wunderschönen und vor allem schnellen Velodrome in Athen wusste der 26-Jährige selbst nicht so genau, ob er sich über die Bronzemedaille freuen oder den verpassten Olympiasieg ärgern sollte.

«Momentan bin ich etwas enttäuscht. Denn nachdem ich bei den Spielen in Sydney Zweiter geworden bin, wollte ich hier den Olympiasieg. Nun ist es sogar nur Platz drei geworden. Da ist es doch klar, dass man sich nicht so richtig freut», sagte der Zeitfahr-Weltmeister von 2003 in Stuttgart kurz nach seinem Rennen. «Die Farbe der Medaille entspricht halt nicht ganz meinen Wünschen.»

Hinter dem Hagenower lag ein Wettbewerb, der an Klasse nicht mehr zu überbieten war. Erst hatte der Schützling von Trainer Ronald Grimm in 1:01,186 Minuten einen neuen Olympischen Rekord aufgestellt und die Messlatte für die beiden noch nach ihm folgenden Fahrer hochgelegt. Doch die ließen sich davon nicht beeindrucken.

Erst konnte der Franzose Arnaud Tournant in 1:00,896 Minuten den so eben von Nimke aufgestellten Olympischen Rekord nochmals verbessern, ehe der Brite Chris Hoy unter dem Jubel seiner Landsleute sich den Olympiasieg in 1:00,711 Minuten sichern konnte. «Für mich war das ein absoluter Schock. Ich befand mich noch im Innenraum bei der Vorbereitung und musste kurz hintereinander feststellen, dass zwei neue Olympische Rekord aufgestellt wurden», sagte der 28-jährige Hoy. «Dass ich in diesem Rennen Gold für Großbritannien gewonnen habe, ist fantastisch, für mich wurde damit ein Traum wahr», fügte der amtierende Weltmeister über diese Distanz hinzu.

«Der Chris ist einfach großartig gefahren. Angesichts dieser Zeiten hätte heute jeder Sieger werden können», sagte Tournant. Der Franzose, der mit 58,875 Sekunden seit dem 10. Oktober 2001 auch den Weltrekord hält, sorgte auf der Pressekonferenz beinahe für einen Eklat. Aufgrund der aus seiner Sicht unfairen Berichterstattung eines Reporters der französischen Tageszeitung «Le Monde» forderte er diesen zum Verlassen der Pressekonferenz auf. Der Kollege kam der Aufforderung nach, nachdem Tournant damit gedroht hatte, selbst zu gehen.

Doch dies alles interessierte Stefan Nimke nicht. Er saß gelassen auf dem Podium und machte letztlich einen zufriedenen Eindruck. Doch Nimke wäre nicht Nimke, wenn er sich nicht auch gleich wieder kämpferisch zeigte. In vier Jahren bei den Spielen in Peking möchte er noch einmal angreifen, ließ er wissen. Dann soll es endlich etwas mit dem so sehnlich erwünschten Olympiasieg klappen. «Gold fehlt mir halt noch in meiner Sammlung.»

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