Bruder Ralf und Montoya schärfste Rivalen
Schumis Jagd auf Fangios Fabelrekord

Michael Schumachers Jagd auf Juan Manuel Fangios Fabelrekord von fünf Weltmeistertiteln stellt in diesem Formel-1-Jahr alles andere in den Schatten. Der vierfache Champion aus Kerpen ist wieder der große Favorit für die am 3. März in Melbourne beginnende Grand-Prix-Saison.

dpa STUTTGART. "Ich werde alles tun, dass Ferrari weiterhin die Nummer 1 bleibt", versprach er. Sollte Schumacher durch den WM- Hattrick als Pilot der "Roten" mit dem legendären Argentinier gleichziehen, würde er selbst schon zu Lebzeiten "unsterblich" werden. Dabei versicherte der Rheinländer, er hechele dieser Bestmarke nicht hinterher. "Mein Wunsch, einen fünften Titel zu gewinnen, hat nichts mit Fangio zu tun."

Viel mehr als das Erreichen eines weiteren Rekords treiben den unermüdlichen Perfektionisten der Ehrgeiz und die Leidenschaft an, immer der Beste zu sein. "Der Titelgewinn 2002 ist natürlich mein Ziel. Aber in erster Linie will ich so viele Rennen wie möglich gewinnen", sagte der 53-malige Grand-Prix-Sieger. Im Vorjahr spielte Schumacher mit seinen Konkurrenten Katz und Maus. Mit neun Saisonsiegen, zahlreichen Rekorden - wie 123 Punkten oder 58 Zählern Vorsprung auf den Zweitplatzierten David Coulthard - deklassierte er die Konkurrenz in nie da gewesener Weise in 52 Jahren Königsklasse.

Experten sehen Schumi wieder vorn

Für viele Experten steht schon vor dem Auftakt in Australien fest, dass Schumacher und Ferrari erneut die Fahrer- und Konstrukteurs- Wertung gewinnen. "Dahinter streiten sich Williams-BMW und McLaren - Mercedes um den zweiten Platz", prognostizierte der dreimalige Weltmeister und Jaguar-Teamchef Niki Lauda.

Schumacher selbst rechnet mit zwei Hauptrivalen im WM-Rennen: "Mein Bruder Ralf und dessen Teamkollege Juan Pablo Montoya werden den stärksten Druck auf mich ausüben." McLaren-Mercedes Pilot Coulthard und Schumachers eigener Teamkollege Rubens Barrichello rangieren in seiner Hackordnung weiter hinten. "Williams-BMW wird die Hauptkraft", prognostizierte der "Rote" den "Silbernen" eine blau- weiße Wachablösung in der Rolle des ersten Verfolgers.

"Schumi II" sieht sich für einen "Bruderkampf" gewappnet. "Ferrari und Michael waren bisher das Maß aller Dinge. Aber Michael weiß auch, dass ich ihn schlagen kann", kündigte der sechseinhalb Jahre jüngere Ralf Ansprüche auf den WM-Thron an. "Montoya und ich haben Chancen auf den Titel. Möglich ist alles." Keinerlei Zweifel plagen diesbezüglich auch den kampfstarken Kolumbianer. "Michael macht mir keine Angst", versicherte Montoya. "Ich bin stark genug, unser Team ist stark genug."

WM-Kalender ohne Überraschungen

So laute Töne sind aus dem Silberpfeil-Lager nicht zu vernehmen. "Wenn wir ihn mit dem richtigen Material versorgen, kann er die WM gewinnen", schränkte McLaren-Teamchef Ron Dennis im Hinblick auf Coulthards Titelchancen ein. Dem Schotten scheint egal zu sein, dass Schumacher ihn nicht auf der WM-Rechnung hat: "Ich fühle mich deshalb nicht beleidigt. Bei der Einschätzung der Fahrer ist Michaels Meinung nicht wichtig", konterte Coulthard cool.

Nichts Neues gibt es im WM-Kalender: Wieder stehen 17 Rennen auf dem Programm, wieder beginnt die Saison in Melbourne (3. März) und endet in Suzuka (13. Oktober). Die Heimspiele für "Schumi" & Co. steigen am 23. Juni auf dem Nürburgring und am 28. Juli in Hockenheim. Wieder treten elf Rennställe an. Das in Köln ansässige Toyota-Team feiert Premiere, Prost fehlt nach seinem finanziellen Kollaps. Und beim Reglement gab es - abgesehen von der begrenzten Möglichkeit, die Rennwagen während eines Grand Prix direkt von der Box aus zu programmieren - erstmals seit längerem keine großen Neuerungen.

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