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Bruder von britischer Geisel spricht mit Entführern

Der im Irak mit dem Tode bedrohte Brite Kenneth Bigley ist nach den Worten seines Bruders noch am Leben. In einem Interview des US-Senders CNN deutete Paul Bigley am Sonntag an, es gebe Gespräche mit den Geiselnehmern.

dpa WASHINGTON/LONDON. Der im Irak mit dem Tode bedrohte Brite Kenneth Bigley ist nach den Worten seines Bruders noch am Leben. In einem Interview des US-Senders CNN deutete Paul Bigley am Sonntag an, es gebe Gespräche mit den Geiselnehmern.

"Ein Dialog ist im Gange, und dieser ist nicht von der Downing Street eröffnet worden", sagte der in den Niederlanden lebende Bruder der Geisel. Auf Nachfrage sagte er, der Dialog laufe über den arabischen Fernsehsender El Dschasira, der das "das Postfach der Golfregion" sei. "Wir glauben, dass Ken lebt", sagte Paul Bigley, ohne weitere Details zu nennen.

In einem Telefongespräch mit Irak-Kriegsgegnern am Rande des Labour-Parteitags in Brighton warf Paul Bigley der Regierung von Tony Blair Untätigkeit vor. Die irische Regierung habe in einem Kommuniqué an El Dschasira die Freilassung seines Bruders gefordert, weil seine Mutter aus Dublin stamme. Die britische Regierung habe dagegen "gar nichts" unternommen. Paul Bigley kritisierte den Irak-Krieg zugleich als "illegal und unmoralisch". Blair hatte zuvor in einem BBC- Interview gesagt, es mache keinen Sinn, falsche Hoffnungen zu wecken.

Kenneth Bigley war vor zehn Tagen zusammen mit zwei amerikanischen Bauingenieuren in Bagdad entführt worden. Die von dem Jordanier Abu Mussab el Sarkawi angeführte Terrorgruppe enthauptete die beiden Amerikaner und drohte damit, Bigley ebenfalls zu ermorden. Die Gruppe stellte ein Video ins Internet, in dem Bigley Blair anfleht, die Forderung der Geiselnehmer zu erfüllen und weibliche Gefangene im Irak freizulassen.

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