Brücken bleiben weiter schwer bewacht
Bislang 17 Anthrax-Fälle in den USA

Nach dem 17. bestätigten Anthrax-Fall in den USA hat sich das Bundeskriminalamt FBI mit einem Hilfeappell direkt an die Bevölkerung gewandt.

dpa WASHINGTON/ISLAMABAD. Milzbrand-Sporen wurden in einer dritten Poststelle in New Jersey und im Postraum eines Veteranen- Klinikzentrums in Washington entdeckt. US-Präsident George W. Bush sprach im Zusammenhang mit der Anthrax-Bedrohung in seiner wöchentlichen Rundfunkrede am Samstag von einer "zweiten Welle von Terrorangriffen gegen unser Land".

Unterdessen blieben Kaliforniens große Brücken, darunter die Golden Gate Bridge bei San Francisco, unter starker Bewachung. Gouverneur Gray Davis hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass es glaubwürdige Hinweise auf geplante Terroranschläge gegen die Bauwerke im Zeitraum bis zum 7. November gebe. An den Brücken-Auffahrten waren am Wochenende schwer bewaffnete Nationalgardisten stationiert. Auf dem Wasser patrouillierten Boote der Küstenwache. Der Verkehr verlief trotzdem ohne größere Störungen. Zwischenfälle wurden nicht gemeldet.

Im Kampf gegen den Anthrax-Terror räumte FBI-Chef Robert Mueller ein, dass die Ermittlungen bisher keine heiße Spur gebracht hätten. Mueller rief die Bevölkerung auf, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Man sei auf die Hilfe der Bürger angewiesen.

Der 17. bestätigte Anthrax-Fall ist der dritte bei der Zeitung "New York Post". Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC vom Samstag ist eine Frau, die in der Redaktion arbeitet, mit Hautmilzbrand infiziert. Bei der Zeitung traf einer von mehreren Anthrax-Briefen an verschiedene Medien ein. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Redaktionsmitarbeiterin wie die zwei anderen betroffenen Angestellten des Blattes mit dem Brief in Berührung kam.

Unterdessen verdichten sich die Hinweise darauf, dass eine an Hautanthrax erkrankte Buchhalterin in New Jersey durch einen Brief in ihrem Büro infiziert wurde. Danach wurden Sporen in einem Korb mit Posteingängen gefunden. Diese Briefe wurden nach Behördenangaben wahrscheinlich in der Poststelle Hamilton sortiert und könnten dort mit einem der Anthrax-Briefe an die New Yorker Medien oder an Senator Tom Daschle in Berührung gekommen sein.

Der Fall der Buchhalterin hatte besonderes Rätselraten ausgelöst, weil die Frau weder mit Medien zu tun hatte noch in der Poststelle Hamilton arbeitete. Weiter ungelöst ist die Frage, wie sich eine New Yorker Klinik-Mitarbeiterin Lungenanthrax zuzog, dem sie am Dienstag erlegen war.

Sporen wurden mittlerweile auch in der Poststelle Bellmawr rund 45 Kilometer von der Hamilton-Stelle entfernt gefunden. Ein Mann, der im Nachbarstaat Delaware lebt und in der Einrichtung in Bellmawr arbeitet, weist Symptome auf, die auf Hautanthrax hindeuten. Nach Medienberichten sind im Zusammenhang mit den Anthrax-Anschlägen im Raum Hamilton mindestens zwei Wohnungen durchsucht worden. Dabei habe es drei Festnahmen wegen Verletzung der US-Einwanderungsgesetze gegeben.

Während sich Anthrax-Alarm in Deutschland nicht bestätigte, haben sich verdächtige Bakterienfunde in Pakistan tatsächlich als Milzbrand-Erreger herausgestellt. Das teilte Präsident Pervez Musharraf am Samstag in Islamabad mit. Es habe sich jedoch niemand infiziert. Anthrax war unter anderem in einem Brief an einen Reporter der großen pakistanischen Zeitung "Jang" enthalten. Ein pakistanischer Mann wurde nach Medienberichten am Samstag im Zusammenhang mit dem Anthrax-Fund festgenommen.

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