Archiv
Brüderle fordert Ausstieg der FDP aus der Hessen-Koalition

In der Finanzaffäre der hessischen CDU hat FDP-Vizechef Rainer Brüderle die Forderung bekräfigt, die hessischen Freidemokraten sollten die Koalition mit der CDU aufkündigen.

Frankfurt/Baden-Baden (vwd/AFP) - Die Liberalen im Bund hätten vor einigen Monaten den Ausstieg der FDP aus dem Bündnis in Wiesbaden gefordert, und diese Position habe sich "bis heute nicht geändert", sagte Brüderle in der am Dienstagabend vom Hessischen Rundfunk und dem ORB-Fernsehen ausgestrahlten Talkshow "Vorsicht! Friedman".

Der Stuttgarter Wirtschaftsminister und FDP-Vizechef Walter Döring übte scharfe Kritik an Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU). Es sei "schon erstaunlich, mit welcher Hartnäckigkeit Koch auf seinem Sessel klebt", sagte Döring am Mittwoch im Südwestrundfunk. Man müsse sich fragen, "was muss eigentlich alles passieren, damit etwas passiert?".

Brüderle räumte ein, die Entscheidung über den Fortbestand der Koalition in Wiesbaden liege letztlich bei der hessischen FDP. Die hessischen Liberalen hatten sich auf einem Landesparteitag in Rotenburg entgegen der Aufassung der Bundespartei für die Fortsetzung des Regierungsbündnisses ausgesprochen.

Döring äußerte sich besorgt über negative Auswirkungen der Koalitionstreue von Hessens Liberalen auf andere FDP-Landesverbände. "Es reicht allmählich", sagte Döring. In Baden-Württemberg häuften sich "besorgte Anrufe und auch Faxe" von FDP-Mitgliedern. Derweil forderte SPD-Generalsekretär Franz Müntefering die hessische FDP auf, Koch ihre Unterstützung zu entziehen. Nach allem, was bekannt geworden sei, könne man der FDP nur empfehlen zu sagen: "Zumindest mit dem Mann wollen wir nicht mehr", sagte Müntefering der "Braunschweiger Zeitung" vom Mittwoch.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%