Brügge gewinnt im Elfmeterschießen
Dortmund verliert Millionen-Spiel

Borussia Dortmund hat sich im Spiel um die Champions-League-Millionen verzockt. Der Champions-League-Sieger von 1997 verlor das dramatische Rückspiel gegen den FC Brügge am Mittwochabend mit 2:4 im Elfmeterschießen und verpasste die erneute Qualifikation für die europäische "Königsklasse".

HB/dpa DORTMUND. Nach 120 Minuten stand es 2:1. Das Hinspiel hatte Dortmund mit 1:2 verloren. Statt im Lostopf für die Champions League landete der Fußball- Bundesligist in der 1. Runde des UEFA-Pokals, die am Freitag in Monaco ausgelost wird. Dadurch muss Dortmund mit bis zu 15 Millionen Euro weniger Einnahmen kalkulieren als in der vergangenen Saison. Brügges Torwart Tomislav Butina riss mit zwei gehaltenen Elfmetern gegen Amoroso und Andre Bergdölmo die 62 000 bangenden Fans im ausverkauften Westfalen-Stadion aus allen Träumen. Das brasilianische Duo Amoroso (3.) und Ewerthon (86.) hatte Dortmund zunächst in die Verlängerung geschossen. Den zwischenzeitlichen Ausgleich für Brügge erzielte Andres Mendoza (27.) per Freistoß. Der zwölfmalige belgische Meister musste nach der Gelb-Roten Karte gegen David Rozehnal (112.) die letzten Minuten mit einem Mann weniger bestreiten.

Dortmund hatte einen Traumstart, denn Amoroso bewies einmal mehr seinen Tor-Riecher und nutzte gleich zu Beginn einen kapitalen Schnitzer von Tomislav Butina. Dem Kroaten sprang ein Rückpass von Peter Van der Heyden vom Fuß, Amoroso reagierte sofort und staubte zur Führung ab. Schon im Hinspiel hatte sich der Stürmer einen Fehler von Stammkeeper Dany Verlinden zu Nutze gemacht. Und der musste diesmal zusehen, wie Butina ihm nacheiferte, bevor er zum Helden wurde.

Obwohl Dortmund die spielbestimmende Mannschaft war, hielt das Glücksgefühl der Gastgeber nicht einmal eine Halbzeit. Nach einem Foul in Strafraumnähe fand Mendoza, den Andre Bergdölmo in der gesamten Partie nicht in den Griff bekam, mit einem Freistoß die Lücke in der BVB-Mauer und sorgte für den Ausgleich. Einen Rückstand vor der Pause verhinderte Torhüter Roman Weidenfeller, der gegen Gert Verheyen per Fußabwehr klärte (43.) und eine riskante Kopfball- Rückgabe von Sebastian Kehl parierte (45./+1).

Die Vorgabe, zwei weitere Tore erzielen zu müssen, machte den Dortmundern Beine. Die Spieler schreckte wohl weniger die großspurige Ansage ihres Trainers Matthias Sammer ("Ausscheiden, das wird nicht passieren.") als vielmehr die Aussicht auf ein finanzielles Desaster. Doch beim Versuch, Butina ein weiteres Mal zu überwinden, wuchs dieser über sich hinaus. Er wehrte die fast schon verzweifelten Versuche von Tomas Rosicky (13.), Stefan Reuter (38.) und Otto Addo (57.) ab. Als Amoroso ihn tunnelte, aber aus spitzem Winkel das Tor verfehlte, stand dem tüchtigen Butina das Glück zur Seite (45.).

Dortmund kämpfte verbissen, agierte mit schwindender Kraft aber zu unkonzentriert (Addo/81.) und lief zudem Gefahr, in einen Konter zu rennen. Erst der eingewechselte Ewerthon war kaltschnäuzig genug und rettete seine Mannschaft in die Verlängerung, als er eine Flanke von Dede per Kopf versenkte (86.). Nachdem beim Schlagabtausch in der Verlängerung keine Entscheidung gefallen war, versagten den Borussen im Glücksspiel Elfmeterschießen die Nerven.

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