Brüning-Vergleich ist „gängig“
Lafontaine will in der SPD bleiben

Der frühere SPD-Chef Oskar Lafontaine will trotz heftiger Kritik von Sozialdemokraten Mitglied der Partei bleiben.

HB/dpa BERLIN/SAARBRÜCKEN. Zudem hält Lafontaine an seinem Vergleich zwischen Kanzler Gerhard Schröder (SPD) mit Reichskanzler Heinrich Brüning fest. Er denke über einen Austritt aus der SPD nicht nach, und sein Vergleich Schröder-Brüning sei "gängig in der wirtschaftlichen Situation", sagte Lafontaine in der ZDF-Sendung "Johannes B. Kerner Show" am Mittwochabend. Saarlands SPD-Landeschef Heiko Maas lehnte einen Parteiaustritt des früheren Saar-Ministerpräsidenten Lafontaine entschieden ab.

Maas kritisierte jedoch energisch Lafontaines umstrittenen Vergleich und seine Bemerkungen zur Massenarbeitslosigkeit als "völlig daneben". Forderungen nach dessen Parteiaustritt von Kanzlergattin Doris Schröder-Köpf und mehreren SPD-Politikern seien jedoch übertrieben, sagte Maas dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) am Donnerstag. Man müsse sich nicht gleich die Parteibücher um die Ohren werfen.

Lafontaine hatte am Montag in der "Bild"-Zeitung unter der Überschrift "Die Wiedergeburt Heinrich Brünings" geschrieben, die Glaubwürdigkeit von Schröder sei nach "Rentenlüge, Steuerlüge und Haushaltslüge" beschädigt. "Es ist so, als wäre Heinrich Brüning wiederauferstanden, jener Reichskanzler, der mit seiner Sparpolitik Massenarbeitslosigkeit verursachte und Hitler den Weg bereitete. Wie damals sind die Menschen verunsichert und geben immer weniger Geld aus." Brüning war in der Endphase der Weimarer Republik, von 1930 bis 1932, Reichskanzler.

Lafontaine verteidigte seine Worte in der "Johannes B. Kerner Show". "Wenn zur falschen Zeit an der falschen Stelle gespart wird, geht die Wirtschaft runter." Der Name Brüning stehe für diese falsche Politik. Über Schröder-Köpf sagte Lafontaine: "Sie hat den Kommentar in den falschen Hals gekriegt." Der Ex-Parteichef begrüßte es, dass er durch seine Äußerungen "eine Diskussion provoziert" habe. Vor der Bundestagswahl habe es noch geheißen, Steuern und Rentenbeiträge würden nicht erhöht und mit der Wirtschaft sei alles in Ordnung. Angesichts der nun durchgesetzten Einschnitte für die Bürger hätte sich die Regierung zumindest entschuldigen müssen.

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