Brüssel fürchtete Preisabsprachen
Spekulationen um neue Partner für EMI-Fusion

Laut "FAZ" prüft Bertelsmann den Zusammenschluss ihrer Tochter BMG mit dem britischen Musikkonzern. Die "New York Times" meldet, die Hongkonger Pacific Century Cyberworks werfe ein Auge auf EMI. Bestätigt wurde bislang keine der beiden Meldungen.

dpa/afx/afp LONDON/NEW YORK. Der Bertelsmann-Konzern prüft nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagsausgabe) einen Zusammenschluss seiner Tochtergesellschaft BMG (Bertelsmann Music Group) mit der britischen EMI Group. Bertelsmann habe es sich zum Ziel gesetzt, die weltweite Nummer Eins im Musikgeschäft zu werden. Dieses Ziel solle neben der Möglichkeit eines organischen Wachstums, vor allem mit Einsatz des Internets sowie durch Fusionen und Übernahmen erfolgen, schreibt die "FAZ" unter Berufung auf gut informierte Industriekreise. Der Bertelsmann-Konzern bezeichnete den Bericht am Freitag als "Spekulation". Dazu nehme man keine Stellung, erklärte ein Sprecher.

Nachdem die Fusion der EMI Group mit der Musiksparte von Time Warner vorerst gescheitert sei, sei fraglich, ob ein Zusammenschluss von BMG und EMI vor den Brüssler Wettbewerbshütern Bestand hätte, schreibt die "FAZ" weiter.

Auch die Hongkonger Internetholding Pacific Century Cyberworks zeigt sich nach der gescheiterten Fusion zwischen EMI und Time Warner laut einem Pressebericht erneut an einer Übernahme des Londoner Musikkonzerns interessiert. Dies berichtet am Freitag die "New York Times" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Die Fusion von EMI und der Time-Warner-Musiksparte Warner Music war am Donnerstag am Widerstand Brüssels gescheitert. Die Unternehmen hatten ihre Fusionsanmeldung noch vor der erwarteten Ablehung durch die EU-Kommission zurückgezogen. Die Wettbewerbshüter fürchteten ein marktbeherrschendes Oligopol, bei dem die Anbieter EMI/Warner Universal Music, Sony Music und BMG den Musikmarkt ungehindert untereinander aufteilen könnten - vor allem beim digitalen Musik-Vertrieb via Internet. Damit würde die Gefahr wettbewerbsfeindlicher Preisabsprachen zu groß, hatte Brüssel argumentiert.

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