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Brüssel schlug schon im Frühjahr BSE-Alarm für Deutschland

Deutschland war im dem Report vom Frühjahr wie Spanien und Italien als ein "Niedrig-Risiko-Land" eingestuft worden.

dpa BRÜSSEL. Brüssel hat schon im Frühjahr vermutet, dass sich der Erreger der Rinderseuche BSE auch in Deutschland ausgebreitet hat. Rinder in Deutschland, Italien und Spanien seien "wahrscheinlich" infiziert worden, obwohl diese Länder offiziell als BSE-frei galten, hatte es in einer vorläufigen Risikostudie im Auftrag der EU-Kommission geheißen. Diese Studie war im Mai bekannt geworden. BSE gilt als Auslöser der tödlichen Creutzfeldt-Jakob- Krankheit (CJD) beim Menschen.

Die BSE-Experten aus den EU-Ländern im so genannten Wissenschaftlichen Lenkungsausschuss legten bei ihren zweijährigen Forschungen Daten über den Import von Rindern, Rindfleisch und Knochenmehl aus von der Seuche betroffenen Staaten zu Grunde. Zum Teil sei das Fleisch, einschließlich infektiösen Nervengewebes, nach ungenügender Sterilisierung weiter verfüttert worden. Die Möglichkeit der Infektion habe sich dadurch "schnell vervielfacht".

EU-Verbraucherkommissar David Byrne hatte unlängst der "Welt am Sonntag" gesagt, der deutsche Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke habe bereits im März aus Brüssel eine wissenschaftliche Studie erhalten, wonach in Deutschland mit BSE-Fällen zu rechnen sei. Deutschland hatte damals darauf hingewiesen, die deutschen Bestände seien BSE-frei und deutsches Rindfleisch könne deshalb ohne Bedenken verzehrt werden.

Der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss empfahl nach Angaben von EU-Diplomaten in seinem Bericht, so genanntes Risikomaterial und verendete Tiere nicht für das Rohmaterial für Tiermehl zu verwenden. Futtermittel müssten zudem nach dem Hitze-Druck-Verfahren bei mindestens 133 Grad Celsius hergestellt werden. Ideal wäre es, die Verfütterung von Tiermehl an landwirtschaftlich genutzte Tiere zu verbieten, resümierte der Bericht.

Deutschland war im dem Report vom Frühjahr wie Spanien und Italien als ein "Niedrig-Risiko-Land" eingestuft worden. Auf dieser Stufe stand auch Frankreich, wo damals schon Dutzende von Tieren an der Seuche erkrankt waren. Lediglich Österreich, Finnland und Schweden galten laut Studie in der EU als tatsächlich BSE-frei. Als Länder mit einem hohen Risiko nannten die Experten hingegen Großbritannien und Portugal. dpa cb xx hm

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