Archiv
Brüssel überprüft die Fusion von ADtranz mit Bombardier

Die EU-Kommission will den geplanten Zusammenschluss zwischen Bombardier und der bisherigen DaimlerChrysler-Tochter ADtranz wegen großer Wettbewerbsbedenken eingehend prüfen. Weitere Untersuchungen seien notwendig, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit.

dpa/afx BRÜSSEL. Die EU-Kommission will den geplanten Zusammenschluss zwischen Bombardier und der bisherigen DaimlerChrysler-Tochter ADtranz wegen großer Wettbewerbsbedenken eingehend prüfen. Weitere Untersuchungen seien notwendig, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit.

Nach den Angaben würde durch den Zusammenschluss das weltgrößte Unternehmen zur Herstellung von Eisenbahnausrüstung entstehen. Den ersten Nachprüfungen der Kommission zufolge "bewirkt die Fusion auf zahlreichen Märkten ernsthafte Wettbewerbsbedenken", hieß es. Dabei handelt es sich um die Marktsegmente Regionalzüge und leichte Schienenfahrzeuge wie Straßenbahnen. Hier läge der gemeinsame Marktanteil sehr hoch, insbesondere in Deutschland, Österreich, Frankreich und Schweden.

Das kanadische Unternehmen Bombardier stellt Flugzeuge, Freizeitfahrzeuge und Eisenbahnausrüstung her. Die deutsche ADtranz, 1995 aus einer Fusion zwischen den Eisenbahnsparten von ABB und Daimler Benz hervorgegangen, ist in allen Bereichen des Marktes für Eisenbahnausrüstung tätig. Das Fusionsvorhaben war am 20. Oktober in Brüssel angemeldet werden. Im August hatte DaimlerChrysler ADtranz für rund 1,6 Mrd. DM an den kanadischen Bombardier-Konzern verkauft.

Im Laufe der bisherigen Prüfung durch die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten beide Unternehmen angeboten, durch bestimmte Verpflichtungen die Bedenken der Kommission zu zerstreuen. "Doch konnten die Bedenken nicht in vollem Umfang ausgeräumt werden", teilte die Behörde weiter mit. Sie habe deshalb eine eingehende Nachprüfung beschlossen, um die Auswirkungen der Transaktion auf die betroffenen Märkte besser beurteilen zu können.

Eine eingehende Untersuchung ist eine weitere Stufe innerhalb der EU-Prüfverfahren für Zusammenschlüsse und greift der abschließenden Entscheidung der Kommission nicht voraus. Diese wird spätestens im April 2001 erwartet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%