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Brüsseler Wettbewerbshüter geben Segen für Musikehe Sony BMGDPA-Datum: 2004-07-20 09:09:07

Gütersloh/New York (dpa) - Der Champagner war bei Bertelsmann und Sony eigentlich erst für Dienstag kaltgestellt. Die sehnlich erhoffte und nach deutlichen Signalen in den vergangenen Tagen auch erwartete Nachricht vom grünen Licht für die Fusion der Musiksparten beider Konzerne kam am Montag dann doch noch überraschend.

Gütersloh/New York (dpa) - Der Champagner war bei Bertelsmann und Sony eigentlich erst für Dienstag kaltgestellt. Die sehnlich erhoffte und nach deutlichen Signalen in den vergangenen Tagen auch erwartete Nachricht vom grünen Licht für die Fusion der Musiksparten beider Konzerne kam am Montag dann doch noch überraschend.

Bei Bertelsmann platzte das Ja-Wort aus Brüssel für die Musikehe mitten in eine hochkarätig besetzte Gedenkveranstaltung zum Hitler-Attentat am 20. Juli 1944.

Die Verantwortlichen versprühen nach dem monatelangen Ringen um die Gunst der Brüsseler Wettbewerbshüter denn auch mehr Erleichterung als pure Freude. «Es ist der richtige Schritt zur richtigen Zeit», sagt etwa der BMG-Vorstandsvorsitzende Rolf Schmidt-Holtz. Der Musikmarkt schrumpft weiter, auch wenn das Tempo der Talfahrt zumindest in Deutschland verringert werden konnte und bei Musik-Dvds, dem Online-Geschäft sowie bei Musik auf Handys enorme Wachstumschancen gesehen werden.

Allein im vergangenen Jahr sanken die Umsätze in der Tonträgerindustrie nochmals um mehr als sieben Prozent auf 32 Milliarden US-Dollar. Bereits in den Jahren davor ging es stramm abwärts. Umso erstaunlicher ist es, dass mit BMG ausgerechnet die kleinste der fünf großen Plattenfirmen mit breiter Brust in die Fusion gehen kann. Die ohnehin schon ehrgeizigen Gewinnplanungen für die erste Jahreshälfte sollen um mehr als 100 Millionen Dollar übertroffen worden sein. «Wir haben das beste erste Halbjahr in der Firmengeschichte», sagt Schmidt-Holtz. Im vergangenen Jahr lag BMG noch deutlich in den roten Zahlen, ehe ein gutes Weihnachtsgeschäft den Wendepunkt markierte.

Sony ist bei der Fusion der größere der beiden Partner. Die Japaner sind schon jetzt Nummer zwei auf dem Weltmarkt. Sie werden mit Andrew Lack auch den neuen Vorstandsvorsitzenden stellen. Schmidt-Holtz zieht sich auf die Position des Chairmans zurück. Bertelsmann reklamiert jedoch für sich, die bessere Kreativkraft in seinen Reihen zu haben. Junge Künstler mit Potenzial, gute Manager und jede Menge Hits lassen derzeit bei BMG trotz schwierigen Marktumfelds die Kassen klingeln.

«Wir haben zurzeit eine unglaubliche Position in den Charts», sagt Schmidt-Holtz. 17 Alben wurden im vergangenen Jahr mehr als zwei Millionen Mal verkauft. 22 Grammys räumte BMG ab. Mit 40,5 Millionen verkauften Top-Ten-Alben ist BMG weltweit in dieser Wertung die Nummer eins.

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