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Brutaler Sexualmord: 14-Jährige vom eigenen Onkel erstochen

Untersteinach (dpa) - Im beschaulichen Untersteinach in Oberfranken ist ein 14-jähriges Mädchen einem brutalen Sexualmord zum Opfer gefallen: Julia wurde nach einer versuchten Vergewaltigung von ihrem eigenen Onkel, einem Krankenpfleger, erstochen.

Untersteinach (dpa) - Im beschaulichen Untersteinach in Oberfranken ist ein 14-jähriges Mädchen einem brutalen Sexualmord zum Opfer gefallen: Julia wurde nach einer versuchten Vergewaltigung von ihrem eigenen Onkel, einem Krankenpfleger, erstochen.

Nach seiner Festnahme sagte der 28-Jährige der Polizei, er habe schon länger daran gedacht, seine Nichte zu vergewaltigen. Gegen den Mann, selbst Vater einer zweijährigen Tochter, wurde Haftbefehl erlassen.

Wie die Polizei rekonstruierte, war das Mädchen am Mittwochabend kurz vor Einbruch der Dunkelheit nichts ahnend in das Auto des Onkels gestiegen. Vermutlich lockte er sie unter dem Vorwand, gemeinsam baden zu gehen, in seinen Wagen. Kurz nach dem Ortsausgang von Untersteinach (Bayern) bog der 28-Jährige von der Ortsverbindungsstraße ab und hielt an einem Stoppelfeld. Dort - abseits der Straße - versuchte er, die 14-Jährige zu vergewaltigen. «Er hatte jedoch nicht mit der Gegenwehr des Mädchens gerechnet», schilderte Polizeisprecher Rainer Küchler.

Julia konnte sich losreißen und etwa 200 Meter auf dem verlassenen Stoppelfeld zurücklegen, ehe sie ihr Peiniger einholte und mit einem so genannten Butterflymesser mindestens sechs Mal auf sie einstach. Anschließend ließ er das blutüberströmte Mädchen liegen und brauste mit seinem Auto davon.

Zwei junge Frauen, die wenig später mit ihrem Auto zufällig vorbeifuhren, sahen eine Hand aus der Wiese ragen. Als sie anhielten, hörten sie Hilfe-Schreie, trauten sich aber zunächst nicht an den Tatort. Erst als ein Wagen mit mehreren Männern eintraf, näherten sie sich der schwer verletzten Schülerin und riefen die Polizei.

Bevor Julia mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus im acht Kilometer entfernten Kulmbach gefahren wird, kann sie den Polizisten noch den Namen des Täters nennen: Es ist ihr Onkel.

Minuten später sucht die Polizei bereits im gesamten östlichen Landkreis Kulmbach nach Julias Peiniger. Gegen 21.50 Uhr - rund 50 Minuten nach der Bluttat - stirbt die 14-Jährige. Zur gleichen Zeit wird ihr Onkel festgenommen. Bei seiner Flucht über Stoppelfelder hatte er sich einen Platten gefahren. Als er gerade den Reifen wechseln will, klicken die Handschellen. Das Messer hat der 28-Jährige noch bei sich.

Am Donnerstag erinnert wenige Meter vom Ortsrand der 2000-Seelen-Gemeinde entfernt ein Strauß roter Rosen an das Verbrechen. Bürgermeister Heinz Burges findet kaum Worte. «Es ist eine tragische Sache, wenn ein Mädchen, das im Frühjahr erst konfirmiert wurde, umgebracht wird.» Dass der Mörder Julias Onkel ist, weiß Burges zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Am Mittag wird der 28-jährige Krankenpfleger dem Haftrichter vorgeführt. Auf Anraten seines Anwalts verweigert er weitere Angaben zur Tat und zu seinem Motiv. Der Haftbefehl, der nach wenigen Minuten ergeht, lautet auf Mord und sexuelle Nötigung.

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