Bruttogewinn klettert auf über 6 Mrd. Mark
Bertelsmann-Konzern meldet Rekordergebnis

Trotz deutlicher Verluste im Musik- und Internetgeschäft hat der Bertelsmann-Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Rekordergebnis eingefahren. Der Umsatz des Medienunernehmens stieg um 21 Prozent auf 20 Milliarden Euro (39 Milliarden Mark), wie Bertelsmann am Donnerstag in Berlin mitteilte.

afp BERLIN. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchs gar um 79 % auf 3,16 Milliarden Euro. Dies sei der bisher höchste Gewinn der Firmengeschichte, betonte Vorstandschef Thomas Middelhoff. Beim Nettogewinn fiel der Zuwwachs allerdings geringer aus: Er stieg um 44 % auf 968 Mill. Euro. Auch dies sei indes eine Größenordnung, "die wir vorher noch nicht erreicht haben", sagte Finanzvorstand Siegfried Luther.

Größter Unternehmensbereich im vom 1. Juli 2000 bis 30. Juni 2001 laufenden Geschäftsjahr war die Fernsehsparte, die auch die beste wirtschaftliche Performance bot. Bei der RTL-Group stieg das Betriebsergebnis auf 515 Mill. Euro, dies ist ein Plus von 13,2 %. Allerdings räumte Luther ein, dass diese deutliche Steigerung vor allem dadurch zustande kam, dass die RTL-Group erstmals ganzjährig mit in die Bilanz fiel. Das Fernsehgeschäft machte damit 20 % des Unternehmensumsatzes aus. Vor fünf Jahren seien es noch drei Prozent gewesen, erinnerte Middelhoff. Das Augenmark aufs Fernsehen habe sich also gelohnt. Inzwischen sei die Unternehmenstochter in elf Ländern präsent. "Die RTL-Group ist hervorragend aufgestellt."

Sorgenkinder sind dagegen die Musiktochter und das Internet. Bei der Bertelsmann Music Group (BMG) lief ein Betriebsverlust von fünf Millionen Euro auf. Sonderbelastungen für die Auswechselung des Managements und die damit verbundene Umstrukturierung mit eingerechnet, ist es sogar ein Minus von 293 Mill. Euro. Beim Auf- und Ausbau der Internetaktivitäten liefen im abgelaufenen Geschäftsjahr Verluste von 888 Mill. Euro auf. Middelhoff wies dessen ungeachtet Vorwürfe zurück, dass Bertelsmann zu stark in den Online-Bereich investiert habe. Es gebe im Internet auch schon Gewinne. Zudem habe das Unternehmen schnell reagiert, als ein Abflaufen des Internet-Hypes in der Welt zu erkennen war. Der Konzernchef bekannte sich nachdrücklich zum Online-Bereich: "Für ein Medienunternehmen ist das Internet unverzichtbar."

Bertelsmann beschäftigte eigenen Angaben zufolge Ende Juni 82 162 Mitarbeiter in 58 Ländern und damit rund 5900 Mitarbeiter mehr als ein Jahr zuvor.

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