Bruttoinlandsprodukt gesunken
Wall Street uneinheitlich, Chips unter Druck

Die US-Märkte öffnen am Freitagmorgen uneinheitlich. Der Dow Jones gewinnt in den ersten Handelsminuten neun Punkten, die technologielastige Nasdaq handelt in der Verlustzone. Acht Zähler gibt der Index ab.

Das Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal um 1,1 Prozent gesunken, wie am Morgen bekannt gegeben wurde. Das ist das größte Quartalsminus seit 1991. Analysten hatten mit einem Rückgang um nur 0,9 Prozent gerechnet. Dass die US-Wirtschaft nun offensichtlich noch schlechter dasteht als bisher vermutet - und berechnet - worden war, verdirbt Händlern vor dem Wochenende die Kauflaune.

Einige gute Nachrichten stützen jedoch den Dow Jones: Zum einen hat Home Depot , die größte US-Baumarktkette, die Prognosen für das vierte Quartal bestätigt. Zum Wochenauftakt war die Aktie im Vorfeld eines Analystentreffens noch deutlich unter Druck gestanden. Experten hatten erwartet, dass der Konzern die Prognosen korrigieren würde. Die Entwarnung lässt Home Depot um mehr als fünf Prozent klettern.

Auch General Motors gehört am Morgen zu den Gewinnern im Standardindex. Der weltweit größte Automobilkonzern wird dem großen Konkurrenten Ford in diesem Jahr nun auch die Marktführerschaft im Geschäft mit "Light Trucks" streitig machen. Davon geht zumindest Chefökonom Paul Ballew aus. Auch im Neuwagengeschäft hofft GM, erstmals seit 15 Jahren die Marktanteile in den USA auszubauen. Die Analysten von Salomon Smith Barney heben das Kursziel für General Motors von 35 auf 40 Dollar. Auch die Händler sind optimistisch und kaufen die Aktie. 1,5 Prozent legt der Titel zu.

Weniger optimistisch sind Anleger was den Industrie-Multi United Technologies angeht. Der Industrie-Gigant hatte am Donnerstag seine Gewinnprognosen bestätigt und in der Folge sieben Prozent zugelegt. Am Morgen gibt die Aktie aber wieder fast zwei Prozent ab.

Auch Dow-Komponent Caterpillar , Hersteller von schweren Baumaschinen und Baggern, notiert im roten Bereich. Die Analysten der UBS Warburg sagen, das Unternehmen müsse starke Auftragsrückgänge einstecken. Vor allem die Ölförder-Unternehmen, die unter dem niedrigen Ölpreis leiden, hätten weniger Maschinen bestellt. Caterpillar verliert 1,5 Prozent.

Negative Kommentare geben die Experten der UBS Warburg auch zu den Brokerhäuser ab. Sie setzen die Gewinnerwartungen für 2001 und 2002 für alle großen Häuser herab. Eine schnelle Erholung der Branche, die andere Analysten prognostiziert hatten, sehen sie nicht. Die Broker-Aktien geben im Branchenmittel 1,5 Prozent ab. Auch die Banken notieren im roten Bereich.

Chipgigant Intel kann am Morgen nicht von einem positiven Analystenkommentar profitieren. Dan Niles von Lehman Brothers setzt seine Gewinnerwartungen für das Unternehmen nach oben. In Q4 erwartet er ein Anteilsplus von 62 Cents, bisher hatte er mit 55 Cents gerechnet. Intel verliert dennoch ein halbes Prozent, da die ganze Chipbranche einen Rückgang der Bestellungen um 17 Prozent verkraften muss. Chip-Zulieferer Novellus hat entsprechend angekündigt, den prognostizierten Quartalsgewinn von elf Cents pro Aktie zwar halten zu können, im ersten Quartal 2002 aber wohl Verluste einzufahren. Novellus verliert fast zehn Prozent, KLA-Tencor und Applied Materials verlieren fast fünf Prozent, PMC Sierra gibt zwei Prozent ab.

Im Umfeld von Enron notieren sämtliche beteiligte Unternehmen mit Verlusten. Für den Energiekonzern gibt es kein Licht am Ende des Tunnels. Enron gibt erneut 16 Prozent ab. Dynegy verliert weitere sechs Prozent, da die günstige Übernahme von Enron in den Kurs eingepreist war. JP Morgan und Citigroup , die Gläubigerbanken von Enron verlieren jeweils 0.8 Prozent. Auch Anheuser-Busch und Chiphersteller Nvidia , die für Enron in die S&P Indizes der wichtigsten 100 beziehungsweise 500 Unternehmen nachrücken werden, handeln im roten Bereich.

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