BSE-Spuren in der Bilanz
Chef der DG Bank unter Beschuss

dpa FRANKFURT/M. An der Spitze der DG Bank kann es in den nächsten Wochen zu weiteren personellen Veränderungen kommen. Der Vorstandsvorsitzende Bernd Thiemann steht wegen deutlicher Gewinnrückgänge im Zentrum der Kritik. Anfang Dezember mussten bereits die beiden Vorstandsmitglieder Heiko Bruns und Johann Rudolf Flesch ausscheiden. Am Montag nahm der Kredit- und Beteiligungsausschuss - eine Untergruppe des Aufsichtsrates - in Frankfurt die aktuelle Lage des Spitzeninstitutes der Volks- und Raiffeisenbanken unter die Lupe. Einzelheiten dazu wollte die DG Bank nicht mitteilen. "Es handelt sich um einen längst anberaumten Termin", sagte ein Sprecher lediglich.

Auch innerhalb der DG Bank mehren sich die Stimmen, Thiemann könnte nach endgültiger Klarheit über die Bilanz 2000 seine Position verlieren. Bislang war bereits von einem massiven Rückgang des Betriebsergebnisses in der AG von 30 Prozent berichtet worden. Im September war in einem Sondergutachten ein zusätzlicher Risikobedarf für gefährdete Kredite in Höhe von einer Milliarde DM festgestellt worden.

Vermutlich Zusammenhang von BSE-Skandal und Kreditschieflage

Nun wird im Zusammenhang mit dem BSE-Skandal eine Ausweitung der Kreditschieflage befürchtet. Dabei werden vergebene Kredite an die Branchenriesen Nordfleisch und Südfleisch genannt. Am Mittwoch tagt schließlich der Verwaltungsrat des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) unter dem Vorsitz des Präsidenten Christoph Pleister. Er ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der DG Bank.

Unterdessen wird schon ein Nachfolger für DG Bank-Chef Thiemann gehandelt. Nach einem Bericht der «Frankfurter Allgemeine Zeitung» soll der Vorstandsvorsitzende der GZ-Bank, Ulrich Brixner, Ambitionen auf diese Position haben. Die GZ-Bank in Frankfurt ist sowohl Geschäftspartner als auch Wettbewerber der DG Bank. Zugleich ist sie aber auch Aktionär bei dem Spitzeninstitut der Genossen. Brixner gilt schon seit geraumer Zeit als persönlicher Gegner von Thiemann. An diesem Konflikt seien bereits in der Vergangenheit die Zusammmenelegung der insgesamt drei überregionalen Genossenschaftsinstitute aber auch personelle Lösungen gescheitert, heißt es am Bankenplatz.

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