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Bubi Scholz an Herzversagen gestorben

Die Box-Legende Bubi Scholz ist tot. Der populäre Sportler starb am Montag im Alter von 70 Jahren an Herzstillstand, wie das Büro seines Anwalts in Berlin mitteilte.

afp BERLIN. Scholz war von 1958 bis 1961 Europameister im Mittelgewicht, 1964 errang er diesen Titel im Halbschwergewicht. Von seinen 96 Boxkämpfen gewann Scholz, der mit richtigem Vornamen Gustav hieß, 88. Den Weltmeister-Titel verfehlte er 1962 nur knapp. Schlagzeilen machte Scholz aber nicht nur durch seine sportlichen Erfolge, sondern auch wegen der Tötung seiner Frau 1984. Ein Berliner Gericht verurteilte ihn deswegen 1985 zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe.

Die Europameisterschaft im Mittelgewicht gewann Scholz am 4. Oktober 1958 im Berliner Olympiastadion bei einem spektakulären Kampf gegen den damaligen französischen Titelverteidiger Charles Humez. Scholz musste den Titel später zwar wegen Geichtsproblemen wieder abgeben, errang danach aber auch im Halbschwergewicht Erfolge. Beim Kampf um die Weltmeisterschaft im Juli 1962 scheiterte Scholz aber durch eine knappe Punktniederlage nach 15 Runden gegen den US-Amerikaner Harald Johnson. Kommentatoren warfen Scholz damals vor, gegen Titelverteidiger Johnson nicht "den Mut zum Angriff" gehabt zu haben. 1964 wurde Scholz Europameister im Halbschwergewicht, er gab diesen Titel ein Jahr später aber kampflos ab und beendete seine Sportlerkarriere.

Nach seiner Boxerkarriere erwarb Scholz zwei Kosmetikgeschäfte in Berlin und arbeitete als Manager der Werbeagentur Zühlke & Scholz. Außerdem trat er als Schauspieler in Filmen wie "Marina" oder "Gehn Sie nicht allein nach Haus". Außerdem nahm er Schallplatten auf.

Am 22. Juli 1984 erschoss Bubi Scholz in seiner Villa im Berliner Grunewald seine Frau mit einem Kleinaliber durch die geschlossene Toilettentür. Die Richter kamen in ihrem Urteil vom 1. Februar 1985 zu dem Schluss, dass die Tat auf einen "aggressiven Ausbruch" zurückzuführen sei, der durch den Konsum von Alkohol und Tabletten noch gesteigert worden sei. Nach Verbüßung der gesamten dreijährigen Strafe wurde Scholz, der sich seit 1984 in Untersuchungshaft befunden hatte, im August 1987 aus der Vollzugsanstalt Berlin-Tegel entlassen. Während seiner Haft war er in betrunkenem Zustand mit einem Vollzugsbeamten in Konflikt geraten und deshalb zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

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