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Buch.de sieht sich nicht als Übernahmekandidat

Der Internethändler Buch.de hat auf die Übernahmepläne von Mitbewerber Buecher.de reagiert. "Wir sind kein Übernahmekandidat, entziehen uns aber keinen Gesprächen", sagte Vorstandssprecher Gerald Winter.

rtr FRANKFURT. Der am Frankfurter Neuen Markt notierte Internet-Buchhändler Buch.de sieht sich nicht als Übernahmekandidat. "Wir sind kein Übernahmekandidat, entziehen uns aber keinen Gesprächen", sagte Buch.de-Vorstandssprecher Gerald Winter der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Die Buecher.de/mediantis AG plant nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Dienstagsausgabe) ein Übernahmeangebot für die Buch.de abzugeben. Sobald der eigene Aktienkurs viermal so hoch sei wie der des Konkurrenten Buch.de, werde Buecher.de deren Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten, sagte Buecher.de-Vorstandssprecher Richard von Rheinbaben der Zeitung.

Rheinbaben sagte Reuters, Buecher.de habe schon seit eineinhalb Jahren Interesse an Buch.de, allerdings nur wenn die Bewertungsrelationen stimmten. Man werde Buch.de jedoch erst ein Angebot unterbreiten, wenn ein stabiles Bewertungsverhältnis eingetreten sei. Bislang sei das Kursverhältnis vier zu eins nur für einige Tage eingetreten. Ein stabiles Verhältnis "könnte aber irgendwann eintreten". Rheinbaben sagte weiter, durch die Übernahme von Buch.de finde eine Marktbereinigung statt. "Buch.de hat einen Namen, der oft mit unserem verwechselt wurde", sagte Rheinbaben. Auch würde Buecher.de gerne die Kunden von Buch.de hinzugewinnen. Die Ausweitung der Produkte habe allerdings die höchste Priorität bei Buecher.de, fügte er hinzu. Übernahmepläne stünden erst an zweiter Stelle.

Buch.de-Vorstandschef Winter sagte, sein Unternehmen sei für jedes Gespräch offen. "In der Branche spricht jeder mit jedem", das Unternehmen stehe aber nicht unter Druck. Im Konzentrationsprozess auf dem Internet-Buchhändlermarkt sei buch.de bereit, eine aktive Rolle zu spielen, fügte Winter hinzu. Die Stärke von Buch.de liege darin, dass sich das Unternehmen einzig auf Bücher fokussiere. Der Wettbewerber Buecher.de passe daher derzeit nicht zu Buch.de, da er seine Geschäftsfelder über das Buch hinaus ausdehne. Kooperationen seien aber mit fast jedem denkbar, wenn diese mit dem Qualitätsanspruch von Buch.de zusammenpassten.

Winter kündigte an, dass Buch.de im Rahmen der Buchmesse weitere Kooperationen bekanntgeben wolle. Das Erreichen der Gewinnzone strebe die Firma weiterhin für das Jahr 2002 an. Durch die Kooperation mit der stationären Buchhandelskette Phönix-Montanus, die zu 37,4 % an dem Unternehmen beteiligt ist, seien gute Voraussetzungen dafür geschaffen.

NordLB-Analyst Alexander Viets sagte Reuters: "Für Buecher.de macht der Deal Sinn". Buecher.de könne damit notwendiges Umsatzwachstum für den geplanten Break-Even erreichen. Organisches Wachstum alleine gestalte sich "schwierig und langwierig". Zudem gelinge Buecher.de dadurch über "einen Umweg" die Anbindung an den stationären Buchhandel. Allerdings sei eine Übernahme von Buch.de ohne das Einverständnis von Phönix-Montanus kaum vorstellbar.

Commerzbank-Analyst Axel Hotze bezweifelt, dass Buecher.de seinen Konkurrenten übernehmen kann. Er könne sich nicht vorstellen, dass sich Phönix-Montanus nach dem Entschluss, in den Online-Buchhandel einzusteigen, wieder herauskaufen lasse.

Gegen 12.30 Uhr notierten Buch.de um mehr als 5 % im Plus bei 3,33 Euro. Buecher.de verloren rund 3,72 % auf knapp sieben Euro.

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