Buch könnte Weg zur Präsidentschaftskandidatur ebnen
Hillary Clinton: „Ich war vom Donner gerührt“

Erste bekannt gewordene Details aus Hillary Clintons Memoiren haben wenige Tage vor der Veröffentlichung für einen riesigen Medienrummel in den USA gesorgt und das Buch bereits vorab in die Bestsellerlisten katapultiert.

HB/dpa WASHINGTON. In einem Exklusiv-Interview mit dem Fernsehsender ABC erklärte die frühere First Lady, sie sei vom Donner gerührt gewesen, als Bill Clinton ihr zwei Tage vor seiner eidlichen Aussage im August 1998 gestand, eine Affäre mit Monica Lewinsky gehabt zu haben.

Monatelang hatte der Präsident die Affäre mit der Praktikantin geleugnet, die Anfang des Jahres 1998 publik wurde. Am Samstag, den 15. August, habe ihr Mann sie dann geweckt und die Affäre gestanden. "Das war vermutlich der schrecklichste Augenblick", sagte Hillary in dem Interview, das am Sonntagabend (Ortszeit) in ganzer Länge ausgestrahlt werden soll. "Ich war wütend, ich war vom Donner gerührt, ich war (...) außer mir vor Wut und Enttäuschung."

In ihrem Buch beschreibt Hillary Clinton dann die schmerzhaften Monate, die dem Geständnis folgten. Sie habe weiter ihre Pflichten als First Lady wahr genommen und über Scheidung nachgedacht, enthüllt sie in ihrem Buch "Living History" (Gelebte Geschichte), das in den USA am 9. Juni mit einer Erstauflage von einer Million auf den Markt kommt. "Es stand auf der Kippe, ob unsere Ehe überleben würde, ob ich es wollte, dass sie überlebt", erklärte die heutige Senatorin.

Nach eigenen Angaben war es ihr sehr schwer gefallen, dass Buch in dieser Offenheit zu schreiben. "Ich bin eine sehr private Person - es war schwierig dieses Buch zu schreiben." Sie wollte jedoch nicht nur über die vielen "Höhepunkte und guten Zeiten" in den acht Jahren im Weißen Haus sondern auch über die "schwierigen Zeiten" schreiben.

Das Medieninteresse in den USA an den Memoiren war gewaltig. Alle Zeitungen und Fernsehsender berichteten in großer Aufmachung über das Buch, das in der Bestsellerliste des Online-Buchhändlers Amazon.com bereits auf Platz zwei gleich hinter den neuen Harry- Potter-Band kletterte. Für das über 550 Seiten dicke Buch kassierte Hillary Clinton 8 Millionen Dollar. Am Donnerstag wollten sich weder Ex-Präsident Bill Clinton noch Monica Lewinsky äußern. Sie habe die ersten Ausschnitte nicht gelesen, sagte Lewinsky der "Daily News". Sie lehnte auch Angebote ab, das Buch zu besprechen.

Politische Beobachter vermuteten, dass Hillary Clinton mit dem Buch auch den Weg für mögliche Präsidentschaftsbewerbungen ebnet. Sie argumentierten, dass Hillary mit dem Buch die Vergangenheit hinter sich bringen wolle, um frei für eine Bewerbung im Jahr 2008 zu sein. Die Professorin Susan Carroll vom Zentrum für Amerikanische Frauenpolitik der Rutgers Universität erklärte der Zeitung "USA Today", die Berichte über Hillary Clintons Kampf um ihre Ehe "wird sie für viele Frauen sympathischer machen."

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