Buchara ist eine der größten Städte im zentralasiatischen Usbekistan
Wo das Auge keine Ruhe findet

Ein Spaziergang durch Buchara: Die fast vergessene "Perle an der Seidenstraße" gehört zum Weltkulturerbe der Unesco. Buchara war einst eines der bedeutendsten wirtschaftlichen und kulturellen Zentren der Welt.

Die "Perle des Orients" hat man die Stadt genannt, den "anmutigsten Platz zwischen Mond und Sternen" - Buchara, einst eines der bedeutendsten wirtschaftlichen und kulturellen Zentren der Welt. Damals, als der Handel entlang der Seidenstraße florierte, boten Bucharas Karawansereien den erschöpften Reisenden Schutz und Erholung nach der beschwerlichen Durchquerung der Wüste Kyzylkum, und in den Basaren wechselten Güter aus China, Persien, Indien und Europa ihre Besitzer.

Heute gelangt man leichter nach Buchara, einer der größten Städte im zentralasiatischen Usbekistan, doch das Bild, das sich dem Reisenden bietet, hat sich über die Jahrhunderte hinweg nur wenig verändert: "Nirgends kann das Auge Ruhe finden, stets gewahrt der Fremde neue interessante Bilder, alles um ihn herum erscheint ihm so absonderlich, ungewöhnlich und neu, dass er sich in einer anderen Welt, in der Welt eines orientalischen Märchens zu befinden glaubt", schrieb der österreichische Reiseschriftsteller, Kunsthistoriker und Architekt Zdenko Schubert von Soldern im Jahre 1899.

Seine märchenhafte Sicht auf Buchara gilt auch heute noch, denn im Gegensatz zu Samarkands oder Taschkents architektonischen Albträumen aus der Sowjetzeit ist Bucharas mittelalterliche Innenstadt vollständig erhalten geblieben - für die Unesco Grund genug, die gesamte Altstadt zum Weltkulturerbe zu erklären.

Entsprechend erschließen sich die wichtigsten und schönsten Sehenswürdigkeiten Bucharas auf einem nur rund zwei Kilometer langen Spaziergang. Doch allein die einzigartige Atmosphäre der Oasenstadt lohnt einen längeren Aufenthalt zum Herumschlendern und Genießen, bevor man ins nahe Samarkand oder in die Wüstenstadt Chiwa weiterreist.

Das 905 n.Chr. vollendete Mausoleum der Samaniden, in einem großen Park gelegen, ist eines der ältesten und schönsten Bauwerke Zentralasiens. Von hier sind es nur wenige Schritte zum Registan-Platz, wo im Schatten von Bucharas Zitadelle usbekische Familien bei Tee, Fladenbrot und Samsas (gefüllten Teigtaschen) den Tag geruhsam an sich vorbeifließen lassen. Vorbei an von Kindern umringten Verkaufsständen mit grellbunten Limonaden gelangt man zum Kalon-Minarett, dem Wahrzeichen der Stadt. Wie das Samaniden-Mausoleum ist es aus Lehmziegeln gemauert, die seine Bauherren zu kunstvollen geometrischen Mustern zusammenfügten - eine Form der Verzierung, deren schlichte Schönheit so stark beeindruckt wie die später entstandenen typischen tiefblau gekachelten Fassaden. Mit seinen 47 Metern Höhe war das Kalon-Minarett im frühen 12. Jahrhundert wohl das höchste Bauwerk in ganz Zentralasien.

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