Buchhandel kommt auf den Prüfstand
FAZ will sich von Buchverlagen trennen

Der Verlag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" will sich nach den Worten des designierten Aufsichtsratschefs Wolfgang Bernhardt von seinen Buchverlagen trennen und stellt auch das Buchhandelsgeschäft auf den Prüfstand.

Reuters FRANKFURT. "Ich glaube, dass unsere Buchverlage - bei aller Anerkennung ihres Programms - eine gefährliche Zwischengröße besitzen. Sie sind nicht klein genug und sie sind nicht groß genug", sagte Bernhardt in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der hauseigenen "FAZ". Daher habe der Verlag die Absicht, sich von den Buchverlagen wie die Deutsche Verlagsanstalt (DVA), Kösel oder Manesse zu trennen. Für die Suche nach einem Käufer werde man sich aber Zeit lassen. Auch für den Buchhandel gelte es, "nach einer guten Lösung zu suchen".

Die FAZ GmbH will sich angesichts der Krise auf dem Anzeigenmarkt zunehmend auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und hat bereits mehrere Maßnahmen angekündigt. So trennt sich der Verlag von den FAZ Business Radiosendern in München, Berlin und Frankfurt und bündelt seine Internet-Aktivitäten.

Die FAZ GmbH wolle ihre Probleme aber aus eigener Kraft lösen, sagte Bernhardt der Zeitung. "Es gilt alles, aber auch alles zu tun, um die Unabhängigkeit und Selbstständigkeit zu erhalten." Der Verlag werde auch zum Jahresende 2002 keine Bankschulden haben, was wenige Konkurrenten von sich behaupten könnten. Bernhardt dementierte zudem Spekulationen, die FAZ wolle das Herausgebergremium auflösen und die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" einstellen. "Weder das eine noch das andere stand oder steht zur Diskussion", sagte der künftige AR-Chef.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%