Buchungen könnten ins Stocken geraten
TUI-Aktie gerät vor 11. September stark unter Druck

Bankexperten machten unter anderem die unklare Zukunft in der Irak-Frage für den Abwärtstrend verantwortlich. Ein Sprecher der TUI AG sagte in Hannover, die Kursentwicklung sei vor Hintergrund des 11. September zu sehen.

HB/dpa HANNOVER. Die Aktie des weltgrößten Tourismus-Konzerns TUI ist zwei Tage vor dem ersten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September am Montag stark unter Druck geraten und verlor mehr als vier Prozent. Das Papier notierte am Nachmittag bei etwa 19,33 Euro und gehörte damit zu den starken Verlierern im Dax. Bankexperten machten unter anderem die unklare Zukunft in der Irak-Frage für den Abwärtstrend verantwortlich. Ein Sprecher der TUI AG sagte in Hannover, die Entwicklung sei vor Hintergrund des 11. September zu sehen.

Die Aktienkurse der Tourismus- und auch der Luftfahrtunternehmen seien europaweit rückläufig, sagte Hans Huff von der Bankgesellschaft Berlin. Einige Werte seien noch stärker gefallen als die der TUI AG oder der Lufthansa. Es gebe vermutlich Befürchtungen, die Gefahr von Entführungen oder Anschlägen könnte im Zuge eines Militärschlages steigen. Indirekt spiele damit der Jahrestag der Terroranschläge eine Rolle. Im Falle eines Krieges hält Huff Verschiebungen bei den Urlaubszielen für möglich, von denen Spanien als wichtiges Ziel der TUI profitieren könnte. Kurzfristig könnten aber auch die Buchungen - wie nach dem Bombenanschlag in Djerba - wieder ins Stocken geraten.

Michael Gierse von der Union Investment erwartet im nächsten Jahr eine Erholung für die Tourismus-Branche und ein Anknüpfen an die Entwicklung bis zu den Terroranschlägen vom 11. September vergangenen Jahres. Viele Menschen in Deutschland hätten ihren Urlaub ausfallen lassen oder seien mit dem eigenen Auto verreist. Diese würde im nächsten Jahr sicher wieder als Fluggäste und Pauschalurlauber zurück kehren. Der Ausbau der Billig-Fluglinien in Deutschland sei positiv zu bewerten. Auf der einen Seite könnte der Tourismus einen neuen Schub erhalten. Andererseits würden bis zu 15 Maschinen aus dem Charterflugbereich herausgenommen. Das sichere die Auslastung der Maschinen der TUI oder auch von Thomas Cook.

Christian Obst von der Hypo-Vereinsbank in München hingegen bewertet die Schwankungen der Aktie als normale Marktbewegung. Sollte es im Irak zum Krieg kommen, wäre seiner Ansicht nach ein kurzfristiger Einbruch bei den Buchungszahlen im Tourismus denkbar. Intensiver aber seien die Folgen der konjunkturellen Flaute.

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