Buckley: Südamerikaner kein Team für 2. Runde
Paraguays Chef sitzt auf der Strafbank

Er steht gar nicht im Team und ist dennoch der Chef auf dem Platz. Jose Luis Chilavert, seines Zeichens Paradiesvogel, Rebell, selbst ernannter Präsidentschaftskandidat und vorbestrafter Raufbold, ist für das Auftaktspiel seiner paraguayischen Mannschaft gegen Südafrika am Sonntag (09.30 Uhr) in Busan gesperrt. Das hält ihn aber nicht davon ab, die Fäden zu ziehen.

BUSAN/SÜDKOREA. Selbst der mit 70 Jahren sehr erfahrene Trainer Cesare Maldini steht im zweiten Glied, wenn "der Boss" die Marschroute ausgibt. Der exzentrische Torwart, der nach seiner sportlichen Karriere auf der politischen Bühne Fuß fassen und gar Präsident seines Landes werden will, muss am Sonntag den Rest einer 3-Spiele-Sperre aus der Qualifikation abbrummen, weil er den Brasilianer Roberto Carlos bespuckt hatte.

Roque Santa Cruz von Bayern München darf sich offenbar glücklich schätzen, die Gnade Chilaverts gefunden zu haben. Der 20 Jahre alte Stürmer gehört gegen Südafrika zur ersten Garnitur. Andere dagegen sind durchs Raster gefallen. Julio Cesar Enciso zählt dazu. "Ich wurde erst gar nicht in den WM-Kader berufen, weil Chilavert das nicht wollte", beschwerte sich der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler, der in seiner Heimat zu den Besten gehört.

In seiner Heimat hat Chilavert die Erwartungen ins schier Unerreichbare getrieben, indem er vom Einzug ins Finale palaverte. Einen prominenten Fürsprecher hat der exzentrische Torhüter, der bereits 58 Tore erzielt haben soll, in Pele gefunden. "Paraguay hat eine sehr starke Mannschaft, die Spanien schlagen und Gruppenerster werden kann", meinte der einstige Ausnahme-Fußballer. Neben Südafrika und Spanien komplettiert Slowenien die Gruppe B.

Über Peles Prognose kann Bundesliga-Profi Delron Buckley nur lachen. "Paraguay ist doch kein Team für die zweite Runde", protestierte der Südafrikanervom VfL Bochum. Seine Voraussage: "Wir werden Zweiter in der Gruppe hinter Slowenien. Spanien scheidet aus." Landsmann Sean Dundee, der seine Heimat in Deutschland sieht und deshalb nicht für Südafrika spielen möchte, hält Buckleys Aussage dagegen für einen schlechten Witz. "Für Südafrika wird nur der letzte Platz herausspringen", glaubt der Profi vom VfB Stuttgart.

Den verletzten Top-Stürmer Shaun Bartlett wird im Team der Südafrikaner voraussichtlich der gebürtige Grieche George Koumantarakis ersetzen. Den wollte Trainer Otto Rehhagel eigentlich für seine griechische Nationalmannschaft haben. Doch der 28 Jahre Angreifer vom FC Basel entschied sich für das Team am Kap der Guten Hoffnung.

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