Budapest muss den Standort für Auslandsinvestoren sichern
Ungarn hat Strukturwandel zum modernen Industrieland geschafft

Die künftigen EU-Mitglieder in Mittel- und Osteuropa legen sich mächtig ins Zeug, wenn es um die Anwerbung neuer ausländischer Investitionen geht. Zur Zeit dreht sich das Lobby-Karussell um ein Montagewerk, in dem der südkoreanische Hyundai-Konzern jährlich 300 000 Autos fertigen will. Geprüft werden Standorte in Ungarn, Tschechien, Polen und der Slowakei.

BUDAPEST. Schon vor Jahresfrist gab es in Ungarn lange Gesichter, nachdem die französische Peugeot Citroen entschieden hatte, ihr neues Autowerk in der Slowakei anzusiedeln. Seither wird in der ungarischen Öffentlichkeit intensiv über die Attraktivität des einheimischen Standorts diskutiert.

Schaut man auf die nackten Zahlen, dann ist der frühere Primus Ungarn tatsächlich im letzten Jahr mächtig ins Hintertreffen geraten. Während nach Tschechien neue ausländische Investitionen im Wert von 9,3 Mrd. $ flossen und Polen sowie die Slowakei jeweils 4 Mrd. $ anlocken konnten, blieb es in Ungarn bei mageren 858 Mill. $. Hinzu kam, dass die weltweit schwache Konjunktur namhafte Konzerne wie IBM veranlasste, ihre Produktion in Ungarn zu verringern oder gar abzuziehen und in weiter östlich gelegene Länder zu verlagern.

Doch es gibt auch einen gegenläufigen Trend. Schon im letzten Jahr haben ausländische Unternehmen ihre Erträge in Ungarn verstärkt reinvestiert. Für dieses Jahr erwartet die Ungarische Nationalbank Reinvestitionen von 2 Mrd. Euro, die "Economist Intelligence Unit" spricht sogar von 3 Mrd. Euro. Gerade deutsche Unternehmen wie Audi und Bosch gehören zu denen, die ihr Engagement in Ungarn ausbauen. Führende Ökonomen des Landes wie Professor Andras Inotai von der Akademie der Wissenschaften sehen diese Reinvestitionen als wichtige Stärkung der längerfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Landes.

Außerdem haben inzwischen namhafte internationale Unternehmen ihre Niederlassungen in Ungarn zum regionalen Zentrum für Dienstleistung und Distribution in ganz Mittel- und Osteuropa gemacht. General Electric und General Motors sind nur zwei von zahlreichen Beispielen. Auch der Tübinger Computerhersteller Transtec z.B. will jetzt von Ungarn aus auf die Märkte der ganzen Region vordringen. Bayerische, sächsische und österreichische Unternehmen erklärten Anfang Oktober während der Budapester Ökotech-Messe, sie wollten verstärkt ihr Know how auf dem ungarischen Umweltsektor anbieten. Aus einer Umfrage von Ernst & Young ging hervor, dass von den deutschen Unternehmen, die eine Expansion in Mittel- und Osteuropa erwägen, beinahe die Hälfte Ungarn als möglichen Investitionsstandort anpeilt.

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