Bündnis für Arbeit noch ohne sichtbaren Erfolg
Überstundenzahl steigt trotz Konjunkturflaute

Ungeachtet der seit Ende 2000 deutlich eingetrübten Konjunktur kommt der von Bundesregierung, Gewerkschaften und Arbeitgebern im Bündnis für Arbeit verabredete Abbau der Überstunden in Deutschland offenbar nicht voran.

HB DÜSSELDORF. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts, die dem Handelsblatt (Dienstagausgabe) vorliegen, hat sich das Volumen der bezahlten Mehrarbeit seit Jahresbeginn sogar eher erhöht.Laut Statistik musste ein Arbeiter des produzierenden Gewerbes im April 2001, dem letztverfügbaren Monat, durchschnittlich 1,2 Stunden pro Woche bezahlte Mehrarbeit leisten. Das sind pro Arbeiter knapp 10 % mehr als noch im Januar.

Die IG Metall sieht ihre eigenen Daten für die Metallindustrie damit bestätigt und reagiert empört. "Angesichts der weiter steigenden Arbeitslosigkeit und der Vereinbarung der letzten Bündnisrunde, dass die Überstunden abgebaut werden müssen, ist die Blockadehaltung der Arbeitgeber ein Skandal", erklärte IG-Metall-Vize Jürgen Peters gegenüber dem Handelsblatt. "Statt weiter Überstunden zu fahren, müssen endlich zusätzliche Stellen geschaffen werden", so Peters.

Die Arbeitgeber rechnen für das Gesamtjahr weiter mit einem Rückgang der Überstundenzahl in der Gesamtwirtschaft. Von einer Blockadehaltung könne jedenfalls keine Rede sein, betonte Ilka Houben, Arbeitsmarktexpertin der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). "Überstunden kosten Zuschläge, daher sind sie für die Unternehmen alles andere als komfortabel". Wenn bisher kein deutlicher Rückgang zu verzeichnen sei, so erkläre sich dies vor allem damit, "dass es in etlichen Branchen und Regionen weiterhin einen eklatanten Fachkräftemangel gibt".

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