Bündnisfall aktiviert
USA bitten Nato um Hilfe

Die USA legten den Bündnispartnern eine Liste mit Wünschen vor. Es geht vor allem um logistische Unterstützung, Informationsaustauch und Überflugrechte.

HB/rtr/ap BRÜSSEL. Einen Tag nach der Ausrufung des Bündnisfalls haben die USA der Nato eine Liste mit Wünschen für eine praktische Unterstützung bei der Antwort auf die Anschläge von Washington und New York vorgelegt. Nato-Sprecher Yves Brodeur wollte am Mittwoch in Brüssel aber nicht bekannt geben, worum die USA die Nato konkret ersuchten. Er sagte nur, die Maßnahmen seien Teil der Kampagne der USA gegen den internationalen Terrorismus. Mit dem Ersuchen sei nun der Bündnisfall aktiviert. Es liege nun an den 18 Nato-Partnern der USA, zu entscheiden, wie sie die USA unterstützen wollten. In Nato-Kreisen hieß es, die US-Liste enthalte keine Bitten um konkrete militärische Unterstützung.

"Die Vereinigten Staaten haben an diesem Morgen eine Bitte an die Nato beim Treffen des Nato-Rats gerichtet", sagte der Sprecher. Die Alliierten prüften nun die Liste und mögliche Unterstützungsmaßnahmen für die USA. Es gebe keine Frist, zu der die Verbündeten antworten müssten. In Bündniskreisen hieß es, die Anfragen bewegten sich unterhalb der Grenze, bei deren Überschreitung Verbündete ihre Parlamente informieren müssten. In Deutschland muss etwa der Bundestag Auslandseinsätze der Bundeswehr billigen.

Nach Angaben von Bundeskanzler Gerhard Schröder bitten die USA die Nato um den Austausch von Geheimdienstinformationen, den Schutz von US-Einrichtungen in den Nato-Staaten, uneingeschränkte Überflugrechte und Luftraumüberwachung. Schröder sagte, dies richte sich nicht an einzelne Mitgliedstaaten, sondern an das Bündnis insgesamt. Die Bundesregierung habe ihren Vertreter im Nato-Rat angewiesen, «aktiv und offensiv daran mitzuwirken», dass den Anforderungen «in vollem Umfang» entsprochen werde.

Die Nato hatte am Vortag den moslemischen Extremisten Osama bin Laden und seine Organisation El Kaida als Urheber der Anschläge vom 11. September bezeichnet und den Bündnisfall ausgerufen. Nach dem Nato-Vertrag haben die USA dadurch bei ihrem angekündigten Kampf gegen den internationalen Terrorismus Anspruch auf Unterstützung ihrer Nato-Partner. "Wir wissen, dass die Attentäter Teil der El Kaida waren", sagte Nato-Generalsekretär Geroge Robertson. "Die Fakten sind klar." Der US-SonderkoordiNator im Kampf gegen den Terrorismus, Frank Taylor, hatte den Nato-Rat zuvor über die Ermittlungen nach den Anschlägen informiert.

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