Bürgerkrieg
Hintergrund: Kongo kommt nicht zur Ruhe

Seit dem Sturz des diktatorisch regierenden Präsidenten Mobutu 1997 ist die Demokratische Republik Kongo (früher Zaire) nicht zur Ruhe gekommen.

HB/dpa HAMBURG. Unter seinem 2001 ermordeten Nachfolger Laurent Kabila und dessen Sohn Joseph gingen die Bürgerkriegswirren weiter. Daran änderten auch Friedensabkommen nichts, die im vergangenen Jahr mit den am Konflikt beteiligten Nachbarländern Ruanda und Uganda geschlossen wurden. Nach Massakern in der Nordost-Provinz Ituri soll eine UN-Eingreiftruppe dort weiteres Blutvergießen verhindern und dauerhaften Frieden ermöglichen.

Mit rund 2,3 Millionen Quadratkilometern ist das Land im Westen Zentralafrikas fast sieben Mal größer als Deutschland. Weite Teile im Osten und Norden werden nicht mehr von der Regierung in Kinshasa, sondern von teils miteinander verfeindeten Rebellen-Milizen kontrolliert. Die jahrelangen Unruhen, die nach Schätzungen von Menschenrechtlern bereits 3,5 Millionen Menschen das Leben gekostet haben, sind nicht nur Konflikte zwischen rivalisierenden Volksgruppen; es geht auch um die Reichtümer des Landes.

Die Wirtschaft Kongos ist trotz immenser Rohstoffvorkommen an Gold, Diamanten, Kupfer, Kobald, Edelholz, und Erdöl ruiniert. Statt Frieden zu schaffen, haben sich Nachbarländer an der Ausbeutung der Reichtümer beteiligt. Den etwa 54 Millionen Kongolesen selbst geht es wirtschaftlich immer schlechter, das Pro-Kopf-Einkommen beträgt nur noch etwa 80 Dollar im Jahr.

Ein Drittel der Kongolesen lebt in Städten. Die meisten der mehr als 200 Stämme gehören dem Bantu-Volk an. Die Katholiken bilden die bei weitem größte Religionsgruppe. In der seit 1999 konfliktgeschüttelten Provinz Ituri mit etwa 4,5 Millionen Einwohnern bekämpfen sich Milizen des Hema- und Lendu-Volkes. Mehr als 500 Menschen wurden bei ihren Kämpfen getötet, mehrere zehntausend sind vor allem im Gebiet der Stadt Bunia auf der Flucht.

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