Bürgerkriegsgegner Kongo und Ruanda besprechen Friedensmöglichkeiten
Verfeindete Afrikastaaten treffen sich in den USA

Reuters WASHINGTON. Der neue kongolesische Präsident Joseph Kabila ist in den USA mit dem Präsidenten des verfeindeten Nachbarstaates Ruanda, Paul Kagame, zusammengekommen. Das Treffen habe die Möglichkeit geboten, Friedensbemühungen auszuloten, sagte ein Berater Kagames nach dem Treffen am Donnerstag in Washington. Nähere Einzelheiten wurden nicht bekannt. Ruanda unterstützt im kongolesischen Bürgerkrieg zusammen mit Uganda Rebellen, die sich 1998 gegen Kabilas Vater, Laurent Kabila, erhoben hatten. Mit Joseph Kabilas Amtsübernahme am 26. Januar waren Hoffnungen auf Frieden aufgekommen. Zur Lösung des Konflikts drängt die EU auf die Entsendung von UNO-Friedenstruppen.

Treffen sei nicht geplant gewesen

Kabila sagte nach der Unterredung, das Treffen mit Kagame sei zwar nicht geplant gewesen. Er sei dazu aber um des Friedens willen bereit gewesen. Er wolle dem Friedensprozess neuen Schwung geben, sagte Kabila. Kabila und Kagame trafen sich bei einer Gesprächsrunde, zu der US-Präsident George W. Bush religiöse und politische Führungspersönlichkeiten aus aller Welt eingeladen hatte. Zuvor waren beide mit US-Außenminister Colin Powell zusammengetroffen. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, sagte, Kabila habe mit Powell über das 1999 in Lusaka geschlossene Friedensabkommen gesprochen. Der Vertrag, der nie umgesetzt wurde, sieht unter anderem den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Kongo und die Entsendung von UNO-Soldaten vor. Boucher sagte, Kabila habe sich für die Demokratisierung des Landes und Frieden in der Region ausgesprochen. Die USA hätten ihre Unterstützung für die Umsetzung des Friedensabkommens zugesagt.

UNO-Friedenstruppe für den Kongo

Die Europäische Union (EU) kündigte an, sich bei den Vereinten Nationen (UNO) verstärkt für die Entsendung von Friedenstruppen in den Kongo einzusetzen. Die UNO hatte die Entsendung von mehr als 5000 Soldaten wegen fehlender Sicherheitszusicherungen zu Amtszeiten Laurent Kabilas verschoben. Dieser war im Januar von einem seiner Leibwächter erschossen worden. Die EU sei bereit, Joseph Kabila zu unterstützen, sagte der Afrika-Beauftragte der EU für die Region der Großen Seen, Aldo Ajello, nach einem Treffen mit dem südafrikanischen Vize-Präsidenten Jacob Zuma am Freitag in Pretoria. Auch die Bundesregierung sicherte Joseph Kabila Unterstützung bei dessen Versöhungskurs zu.

Gipfel der Bürgerkriegsparteien geplant

Ajello sagte weiter, es gebe Planungen für ein Treffen der Verbündeten des Kongo in der Haupstadt Kinshasa kommende Woche. Darauf sollte ein Gipfel aller am Bürgerkrieg beteiligten Parteien folgen. Es gebe aber noch keine konkreten Termine. Der Friedensvermittler und frühere Präsident von Botswana, Ketumile Masire, sagte am Freitag in Gaborone, es gebe Hinweise darauf, dass die neue kongolesische Regierung zu Gesprächen mit den Rebellen bereit sei. Masire vermittelt im Auftrag der Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU) im Kongo-Konflikt.

Trotz des 1999 mit Hilfe der USA vermittelten Friedensabkommens halten die Kämpfe zwischen den Rebellen sowie den von Angola, Namibia und Simbabwe unterstützten kongolesischen Regierungstruppen an.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%