Bürgermeister: "So dramatisch wie noch nie"
Büdelsdorf bangt um Mobilcom-Jobs

Einst hatte die kleine Stadt Büdelsdorf in Schleswig-Holstein mit Medieninteresse und neuen Jobs vom steilen Aufstieg des Mobilfunk-Anbieters Mobilcom profitiert. Heute bangt sie angesichts der drohenden Pleite des Konzerns um die rund 2000 MobilCom-Arbeitsplätze.

dpa BüDELSDORF. "Jetzt haben wir eine Situation, die so dramatisch noch nie vorher gewesen ist", sagte Bürgermeister Jürgen Hein am Mittwoch.

"Wir haben große Angst vor einer Insolvenz", sagte Hein. Denn der "mittelbare Effekt" auf die vielen Geschäfte, die von und mit MobilCom leben, sei nicht zu abzusehen. Von den rund 2000 MobilCom - Mitarbeitern am Stammsitz stammen 500 bis 600 aus Büdelsdorf und der Region rund um die Stadt. "Es ist also nicht nur ein Problem einer Stadt, sondern einen ganzen Region."

Büdelsdorf mit seinen 11 000 Einwohnern ist erst seit zwei Jahren eine Stadt. Als Mobilcom-Firmengründer Gerhard Schmid den Sitz des Unternehmens aus dem Fränkischen an den Nord-Ostsee-Kanal verlegte, profitierte auch Büdelsdorf von der allgemeinen New-Economy-Euphorie. Neue Wohnungen wurden gebaut, die Parkplätze platzten aus den Nähten.

Allerdings musste Büdelsdorf bereits im vergangenen Jahr mit der Krise des einstiegen Börsenstars auch die Schattenseiten des Booms erfahren. Nach den Milliarden-Investitionen in die Lizenz für den Zukunftsstandard UMTS versiegte der Geldfluss von Mobilcom in die Kassen der Stadt. Statt Gewerbesteuereinnahmen von 7,77 Mill. ? im Jahr 2000 brachte der Mobilfunker Büdelsdorf im vergangenen Jahr ein Minus von 112 500 ?.

Die Stadtväter haben bereits für alle Fälle vorgesorgt. "Das Mobilcom-Geld läuft bei uns außerhalb des normalen Haushaltes", erläuterte Hein. "Wir haben lediglich einiges für die Infrastruktur und die wichtigsten Vorhaben ausgegeben und Teile des Geldes auf die hohe Kante gelegt."

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