Bürgschaften für Fußball-Clubs
Regierung ist sich nicht einig

In der Bundesregierung gibt es offenbar Differenzen über eine mögliche Vergabe öffentlicher Bürgschaften an die Vereine der Fußball-Bundesliga im Fall einer Insolvenz des Kirch-Konzerns.

HB/rtr Düsseldorf. Während Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) solche Bürgschaften ablehnte, sagte Bundeswirtschaftsminister Werner Müller am Freitag dem Sender infoRADIO Berlin-Brandenburg, die Vereine hätten die Möglichkeit, sich wegen Bürgschaften an die öffentlichen Stellen zu wenden. Für sein Ministerium seien Fußballvereine Betriebe wie andere auch, sagte Müller nach Angaben des Senders. Es gebe aber noch keinen Beschluss, Bürgschaften zu vergeben. Derzeit gehe es nur um die Prüfung der "Folgen für den Wirtschaftsbetrieb Fußball", wenn die Kirch- Gelder für die Übertragungsrechte ausblieben. Müller sagte, er gehe aber davon aus, dass die Vereine eine interne Regelung fänden - "wenn nicht, haben wir vorsorglich Diskussionen geführt".

Riester hatte zuvor staatliche Ausfallbürgschaften für die Fußball-Bundesliga abgelehnt. "Mit Ausfallbürgschaften sollten wir uns dort nicht so sehr einlassen", sagte er am Donnerstag Abend im ZDF. "Ich halte das für eine Sache, die man so nicht akzeptieren darf", fügte Rieser hinzu. Er wolle gegebenenfalls mit Müller und dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) über Pläne für Bürgschaften sprechen. Generell dürfe der Staat sich nur in einzelnen Fällen bei Unternehmenszusammenbrüchen einmischen. Grundsätzlich sei das nicht die Aufgabe des Staates.

Clement hatte am Donnerstag gesagt, der Bund und einige Landesregierungen seien bereit, mit öffentlichen Bürgschaften für die Fußball-Bundesliga den Zusammenbruch von Vereinen als Folge einer möglichen Insolvenz der Kirch-Gruppe zu verhindern. Der Kanzlerkandidat der Union, Edmund Stoiber (CSU), lehnte solche Bürgschaften ab. "Das ist keine Aufgabe des Staates", sagte der bayerische Ministerpräsident in Berlin. Angesichts von vier Millionen Arbeitslosen wäre es "skandalös", wenn Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) versuche, mit Steuermitteln den Bundesliga-Vereinen unter die Arme zu greifen.

Am Donnerstag waren Überlegungen bekannt geworden, denen zufolge die Politik den Fußballclubs mit einer Bürgschaft von bis zu 200 Millionen Euro helfen könne, um eine Pleite von Vereinen im Falle einer möglichen Insolvenz des Medienkonzerns Kirch zu verhindern. Viele Vereine bestreiten einen Großteil ihrer Ausgaben über die Einnahmen aus den TV-Übertragungsrechten.

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