Bürokratismus und mehr Tierversuche
Industrie kritisiert neue Chemiekalien-Politik der EU

vwd BRÜSSEL. Als wenig praxisnah hat der Europäische Rat der chemischen Industrie (CEFIC) die Vorschläge der Europäischen Kommission für den künftigen Umgang mit Chemikalien beurteilt. Es werde alles bürokratischer, und zudem müssten noch mehr Tiere als bisher für Tests herhalten, heißt es in einer Mitteilung. Damit werde das angestrebte Ziel verfehlt, die Risiko-Beurteilung zu beschleunigen. Besonders kritisch bewertet die Chemie-Industrie den von der Kommission vorgesehenen Zulassungsprozess für die gefährlichsten Chemikalien. Dieser dürfe nicht, wie geplant, auf dem potenziellen Risiko eines Stoffes beruhen, fordert der Industrieverband, sondern ausschlaggebend müsse sein, wofür die Substanz angewendet werden solle.

Die Folge eines Zulassungssystems könnte ein Verbot für zahlreiche chemische Stoffe sein, das wiederum insbesondere ernste Konsequenzen für die kleinen- und mittleren Unternehmen der Branche mit sich brächte, so die Europäische Chemieindustrie. EU-Umweltkommissarin Margot Wallström hatte am Dienstag ein Chemikalien-Weißbuch vorgelegt, das die Umweltminister bereits Mitte 1999 angefordert hatten. Die Kernpunkte darin sind die Beweislastumkehr für gefährliche Substanzen, deren Unbedenklichkeit künftig die Industrie nachweisen soll und die Registrierungspflicht aller chemischen Stoffe.

Bisher gibt es in der EU keine einheitlichen Kriterien um das Risikopotenzial von Chemikalien einschätzen zu können. Der Kommissionsvorschlag wird jetzt dem Ministerrat und dem Europäischen Parlament vorgelegt. Danach erst kann die Kommission beginnen, neue Richtlinien zur Chemiekalienpolitik zu erarbeiten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%