Bürosoftware auf Linux-Basis
Office offen für alle

An Microsoft Office haben sich schon einige Konkurrenten die Zähne ausgebissen. Aber trotz viel versprechender Ansätze haben es weder die Lotus SmartSuite aus dem Hause IBM noch das um den Klassiker WordPerfect entstandene Corel Office geschafft, dem Marktführer größere Probleme zu bereiten.

WiWo/AP FRANKFURT AM MAIN. Inzwischen gibt es auch in der Open-Source-Bewegung rund um das freie Betriebssystem Linux mehrere Projekte für komplette Büroanwendungspakete, die den Anspruch erheben, eine vollwertige und obendrein kostenlose Alternative zum De-Facto-Standard in der Windows-Welt zu bieten.

"Ich glaube, bei Microsoft Office handelt es sich um eine Festung, die nach und nach nach geschleift wird", sagte Brian Behlendorf, Leiter des Open-Source-Projekts Apache, in einem Interview mit der "Computerwoche".

So wie die Apache-Software für die Einrichtung eines Webservers zur Nummer eins in diesem Bereich wurde, werden auch die Open-Source-Alternativen für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Präsentationssoftware nach Einschätzung Behlendorfs für kostenbewusste Unternehmen immer interessanter.

Diese werden vor allem von drei verschiedenen Seiten vorangetrieben.



  • OpenOffice ist der Open-Source-Ableger zu StarOffice - dieses einst vom deutschen Entwickler Marco Börries begründete und dann von Sun Microsystems übernommenen Paket wird in der demnächst erscheinenden Version 6.0 wieder kostenpflichtig. Der im Oktober 2000 frei gegebene Quelltext ist aber von einer Reihe engagierter Programmierer nach eigenen Vorstellungen weiter entwickelt worden.



    Eine Betaversion von OpenOffice 1.0 (Build 641) ist Bestandteil des soeben erschienenen SuSE Linux 8.0, kann aber auch für Windows heruntergeladen werden. Bei der Installation lässt OpenOffice die Wahl zwischen zwei Varianten: Wenn die Programme bei Bedarf aus dem Internet heruntergeladen werden, müssen nur 10,7 Megabyte auf der Festplatte belegt werden. Doch dann sollte man über einen schnellen und preiswerten Internetzugang verfügen.

    Die klassische Installation auf dem Einzelplatz-PC erfordert 198,4 Megabyte an Speicherplatz. Bedienung und Oberfläche von OpenOffice erinnern deutlich an die StarOffice-Wurzeln. OpenOffice öffnet Microsoft-Word - oder Excel-Dokumente und kommt auch sehr gut mit HTML zurecht.



  • KOffice ist nahtlos in den Linux-Desktop KDE integriert und liegt inzwischen in der für Open-Source-Verhältnisse schon weit gediehenen Version 1.1.1 vor - die Anfänge von KOffice reichen immerhin schon bis ins Jahr 1997 zurück. Allerdings haben die Entwickler um Torben Weis und Thomas Zander sowie die ehrenamtliche Entwicklergemeinde hier noch einige Arbeit vor sich. So können in KWord zurzeit noch keine Bilder eingebettet werden - was besonders in HTML-Dateien vermisst wird. Dafür läuft die Textverarbeitung ansonsten bereits recht rund; die Dokumente lassen sich in den Formaten KWord, Nur-Text, HTML, TeX, RTF, Abiword und SGML speichern, was eine deutlich größere Vielfalt als bei OpenOffice bedeutet.



    Beim Öffnen von Microsoft-Dokumenten erweist sich KOffice im Praxistest aber mitunter noch als recht sperrig und lässt sich von einer Excel-Datei auch schon mal in den Abgrund reißen.

  • Bei Gnome Office handelt es sich weniger um ein einheitliches Paket, als vielmehr um eine lockere Sammlung von Open-Source-Anwendungen für diesen Linux-Desktop, der bewusst eine Alternative zu KDE setzen will. Um die Textverarbeitung kümmert sich hier das auch als Einzelanwendung schon bewährte AbiWord, für die Tabellenkalkulation sorgt Gnumeric. Präsentationen erstellt eine Gnome-Software mit dem deutschen Namen Achtung, und für Datenbanken gibt es Gnome-DB.

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