Bulgarisches Staatsfernsehen will BBC-Reportage am Mittwoch zeigen
Slawkow will gegen BBC klagen

Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Bulgarien Ivan Slawkow hat sich als Konsequenz aus seiner Suspendierung als IOC-Mitglied von seinen weiteren Funktionärstätigkeiten beurlauben lassen. Rückendeckung in der Affäre erhält er derweil vom Welt-Fußball-Verband Fifa.

HB SOFIA. Slawkow legte seine Posten als Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) von Bulgarien und des nationalen Fußball-Verbandes (BFS) vorerst nieder. BFS-Sprecher Atanas Karaiwanow betonte am Montag gegenüber der bulgarischen Nachrichtenagentur "Focus", dass es sich um eine vorläufige Entscheidung handelt. Wegen Korruptionsverdacht hatte das IOC Slawkow auch von den Spielen in Athen ausgeschlossen.

Der Fußball-Weltverband Fifa will die Beurlaubung Slawkows nicht akzeptieren. "Für die Fifa bleibt er der Präsident des Fußball-Verbandes. Dies werde ich ihm auch schriftlich mitteilen", erklärte Fifa-Präsident Joseph Blatter am Montag bei einer Pressekonferenz in Athen. Er bedauere, dass Slawkow nicht zu den Olympischen Spielen nach Griechenland kommen darf, akzeptiere aber die IOC-Entscheidung. "Es muss so lange die Unschuldsvermutung gelten, bis der Fall geklärt ist", fügte der Schweizer an.

Slawkow will nun gerichtlich gegen jene BBC-Journalisten vorgehen, die ihn "mit der Ausstrahlung ihres Films bloßgestellt" hätten. Der britische Sender BBC hatte am Mittwoch einen Beitrag ("Die gekauften Spiele") gesendet, in dem Slawkow den Eindruck erweckt hat, seine Stimme für die Londoner Bewerbung um die Spiele 2012 könnte käuflich sein. Das bulgarische Staatsfernsehen will die von Undercover-Reportern gestaltete Reportage am Mittwoch ausstrahlen.

Der vom IOC suspendierte Slawkow führt das NOK seines Landes seit 1982 und den Fußball-Verband seit 1995 an. Der 64 Jahre alte Spitzenfunktionär, ein Schwiegersohn des 1989 gestürzten Diktators Todor Schiwkow, saß nach der politischen Wende wegen des Verdachts der Veruntreuung von NOK-Geldern in Sofia in Untersuchungshaft und war auch im Zusammenhang mit der Vergabe der Spiele 2004 unter Korruptionsverdacht geraten. Allerdings hatte ihn der Internationale Sportgerichtshof (CAS) freigesprochen.

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