"Bullenmarkt" nicht in Sicht
Neuer Markt schließt erneut mit hohen Verlusten

Der Neue Markt ist am Donnerstag noch weiter in die Tiefe gestürzt. Der Nemax-50 verlor bis Handelsende 6,66 % auf 1 450,25 Zähler und fiel damit erstmals unter die Marke von 1500 Punkten. Der alle 339 Werte umfassende Nemax All Share-Index sackte um 6,05 % auf 1 612,63 Punkte ab. Der neue Markt werde gerade beerdigt, sagte ein Händler auf dem Frankfurter Parkett.

dpa-afx FRANKFURT. "Ein Boden ist derzeit noch nicht in Sicht", meinte der Marktteilnehmer. Selbst Verkäufe in geringem Umfang lösten derzeit wahre Kursstürze aus. Daran habe auch die Zinssenkung in den USA am Dienstag dieser Woche nichts verändert. Die Sorgen um die Konjunkturentwicklung in den USA belasteten den Markt noch immer. Derzeit gebe es keine Anzeichen für einen "Bullenmarkt", hieß es auf dem Frankfurter Parkett. "Bullen" stehen im Börsenjargon für einen Kursaufschwung, während die "Bären" das Symbol für Verluste sind.

Stärkster Verlierer innerhalb des Leitbarometers des Neuen Markts waren die Papiere von Kinowelt , die 19,05 % auf 8,37 Euro einbüßten. Die Anleger hätten Angst vor den 2000er-Geschäftszahlen, hieß es am Markt. Das Münchener Unternehmen legt am Freitag die vorläufigen Geschäftszahlen vor.

Innerhalb des Nemax-50 gab es am Donnerstag kaum Gewinner. Einer der wenigen davon waren die Aktien von Thiel Logistik . Sie verzeichneten ein Plus von 2,68 Prozent auf 88,20 Euro. Das Luxemburger Logistikunternehmen gibt in der kommenden Woche drei Gratisaktien für eine Aktie aus, um die "optisch teuere Aktie" für den Anleger attraktiver zu gestalten. Außerdem gab das Unternehmen bekannt, dass der Verwaltungsrat 200.000 Aktien zu 87,50 Euro zurückkauft.

Neben Thiel Logistik konnte am Donnerstag innerhalb des Nemax-50 lediglich die US-amerikanische Broadvision Gewinne verzeichnen. Broadvision gewann 5,41 Prozent auf 5,85 Euro. Unter den 339 Werten im Nemax All Share führten die Aktien von PC-Spezialist die Liste der 38 Gewinner an. Die Aktien der Bielefelder Computerhandelskette legten auf dem Frankfurter Parketthandel um 11,54 Prozent auf 14,50 Euro zu.

Die Aktien deutscher Direktbanken haben am Donnerstag in einem fallenden Markt erneut schwach notiert. Außerdem habe die Gewinnwarnung des US-amerikanischen Online-Brokers Charles Schwab für Unruhe gesorgt. Die Papiere der Comdirect Bank büßten 7,01 Prozent auf 9,95 Euro ein. ConSors fielen um 9,02 Prozent auf 21,98 Euro, und die Anteilsscheine der Direkt Anlage Bank verloren 13,89 Prozent und kosteten 18,60 Euro.

Ebenfalls auf der Verliererseite standen die Biotechnologiewerte. "Die deutlichen Rückgänge bei den Aktienkursen der Biotech-Unternehmen sind zum einen auf Gewinnmitnahmen aber auch auf die hohe Bewertung einiger Titel im internationalen Vergleich zurückzuführen", urteilten die Experten von Delbrück Asset Management am Donnerstag. Evotec Biosystems büßten 15,52 Prozent auf 15,29 Euro ein, MorphoSys fielen um 12,58 Prozent auf 59,98 Euro, LION bioscience verbilligten sich um 11,57 Prozent auf 20,18 Euro und Qiagen verloren 4,83 Prozent auf 19,52 Euro.

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