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Bulmahn will bis 2006 Laptops für jeden Schüler

Computer sollen so ein selbstverständliches Arbeitsmittel werden. Die geschätzen Kosten in Höhe von 82 Mrd. DM sollen öffentliche Hand und Privatwirtschaft gemeinsam übernehmen.

Reuters BERLIN. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) will erreichen, dass bis zum Jahr 2006 alle Schüler in Deutschland einen Laptop haben. Die auf rund 82 Milliarden DM geschätzten Kosten dafür sollten öffentliche Hand und Privatwirtschaft in Partnerschaften aufbringen, sagte Bulmahn am Mittwoch bei der Vorstellung eines Konzepts für "IT in der Bildung" in Berlin. Die Anschaffung von Laptops für Schüler solle auch steuerlich gefördert werden. Sie wolle mit Finanzminister Hans Eichel (SPD) darüber sprechen, die Kosten als Arbeitsmittel oder Sonderausgaben absetzbar zu machen, sagte Bulmahn. Eine Größenordnung für die Entlastung nannte sie nicht.

Mit Hilfe von Laptops könne die Vertrautheit mit dem Computer als selbstverständlichem Arbeitsmittel verbessert werden, sagte Bulmahn. Die Schüler könnten das computergestützte Lernen, das in den Schulen gefördert werde, dann auch zu Hause fortsetzen. Den Kindern finanzschwacher Eltern sollten Laptops langfristig von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft finanziert werden. Zur Forderung von Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt nach verpflichtenden Computerkursen für Lehrer sagte Bulmahn, Lehrer "müssten" sich fortbilden, legte sich aber nicht auf eine konkrete Verpflichtung zur Fortbildung fest.

"Virtuelle Hochschule Deutschland"



Mit Blick auf die Nutzung von Informationstechnologie an Hochschulen schlug Bulmahn den Ländern die Gründung einer "Virtuellen Hochschule Deutschland" vor. In ihr sollten die Lehrangebote der bestehenden Hochschulen ausgetauscht werden.

Für das Konzept "IT in der Bildung" sind für die Jahre 2000 bis 2004 Gesamtkosten von 750 Millionen Mark vorgesehen. Neben der Schule und Hochschule soll Informationstechnologie in der beruflichen Bildung gefördert werden. Hauptziel des Programms unter dem Titel "Anschluss statt Ausschluss" sei es, allen Menschen die Teilhabe an den Technologien zu ermöglichen und die Spaltung der Gesellschaft in Angeschlossene und Ausgeschlossene zu verhindern. Daher solle besonders der Anschluss von Senioren und jungen Frauen gefördert werden, die bislang nicht ausreichend von der IT-Technologie profitierten, sagte Bulmahn.

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