Bund der Energieverbraucher warnt vor steigenden Heizrechnungen
Wohnen und Autofahren wird teuer in 2001

adx FRANKFURT/KÖLN/BONN. Das dicke Ende kommt bestimmt - im Jahr 2001 mit der Heizkostenabrechnung. Erst dann wird der Verbraucher die extreme Teuerung bei Energie zu spüren bekommen. Der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters, rät allen, sich "auf gestiegene Rechnungen gefasst machen". Ihren Höchststand hatten die Preise für Öl- und Gas im September. Da kostete das Barrel Rohöl auf dem Weltmarkt 35 $. "Im Dezember sind die Preise wieder um 20 % auf den Stand von April 2000 gesunken, das heißt auf 25 $ pro Barrel", sagte Peters in Frankfurt. Diese Entspannung drücke im Moment auch die Kosten für Benzin und Diesel. Eine weitere Preisentwicklung nach oben sei jedoch bereits absehbar. "Die Rohölpreise werden sich wohl in einem hohen Bereich, das heißt bei über 30, knapp 40 $ stabilisieren."

Die Teuerung bei Energie wird sich im kommenden Jahr auch auf die Mietpreise niederschlagen. Der Deutsche Mieterbund (DMB) warnt: "Die Mieten in Deutschland werden um 2 % steigen, mit Nebenkosten um 4 %." Bei ölbeheizten Wohnungen könne die Steigerung bis zu einer Mark pro Quadratmeter im Monat ausmachen, sagte DMB-Sprecher Ulrich Ropertz in Köln. Um finanzielle Härten auszugleichen, stellt der Bund 4 Mrd. Mark für einen einmaligen Heizkostenzuschuss zur Verfügung. Das heißt, ab Januar dürfen einkommensschwache Haushalte mit einem Zuschuss von fünf Mark pro Quadratmeter rechnen. Ropertz appelliert jedoch an alle Hauhalte, "je nach Wohnungsgröße vorsorglich 50 oder 60 Mark im Monat für die Abrechnung zurückzulegen". Außerdem rät er zu Wachsamkeit: Die Preissteigerung könne nicht jede Schlamperei oder jeden Fehler in der Heizkostenabrechnung erklären. Sie bleibe genauso fehleranfällig wie bislang und sollte beim örtlichen Mieterverein sorgfältig geprüft werden.

3. Stufe der Ökosteuer greift ab 1. Januar

Ab dem 1. Januar greift zudem die dritte von vier Ökosteuer-Stufen. Dann wird, wie bereits im April 1999 sowie Januar 2000, die Mineralölsteuer um sechs Pfennig je Liter Benzin und Diesel angehoben. Der Steuersatz für Benzin beträgt demnach 1,16 Mark je Liter, für Diesel 80 Pfennig bei einem jeweiligen Ökosteueranteil von 18 Pfennig.

Die Stromsteuer steigt um 0,5 Pfennig auf 3 Pfennig pro Kilowattstunde. "Zudem erhöhen sich die Subventionen nach den Gesetzen für Erneuerbare-Energien und Kraft-Wärme-Kopplung um weitere 0,5 auf 1,2 Pfennig je Kilowattstunde, plus Mehrwertsteuer", betont der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) in Frankfurt. Die Stromrechnung eines Drei-Personen-Haushalts steige im neuen Jahr im Durchschnitt um rund fünf Prozent von 79 auf 83 Mark im Monat. Der Verbraucher zahle davon gut 40 % an Staat und Gemeinden.

Kosten für Lebensmittel und Reisen bleiben konstant

Während sich Mieten und Strom verteuern, soll sich im Jahr 2001 bei den Kosten für den Wocheneinkauf wenig ändern. "Bei den Lebensmitteln ist nicht mit steigenden Preisen zu rechnen", sagt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVL) in Bonn, Gerd Härig. Damit folge die Preisentwicklung dem Trend des vergangenen Jahres. "Die Konkurrenz im Handel ist sehr hart, Preiserhöhungen lassen sich im Markt kaum realisieren", betont Härig. Eine Ausnahme bilden seinen Angaben zufolge Fleisch- und Fischprodukte, die im Zuge der BSE-Krise Rindfleisch ersetzen: "Edle Teile vom Schwein, wie beispielsweise Filets sind bereits um bis zu 4 Mark gestiegen." Auch Geflügel habe in den vergangenen Wochen um rund zehn Prozent zugelegt. Auch die Fischpreise werden nach den Worten von Härig weiter steigen, nachdem die Europäische Union beschlossen hat, die Fangquoten für bedrohte Fischarten zu senken.

Verbraucher, die sich im neuen Jahr durch den Wegfall des Rabattgesetzes auch bei Lebensmitteln Preisnachlässe erhoffen, dürften enttäuscht werden. "Bei den Lebensmitteln sind die Preise so ausgehandelt, dass Rabattgewährungen in großem Umfang nicht zu erwarten sind", erklärt Härig.

Kaum teurer dürfte die Deutschen ihr Fernweh kommen. "Die Reisepreise bleiben moderat und erschwinglich", sagt Melanie Schacker vom Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verband (DRV) in Berlin. Als Grund nennt sie die zunehmende Konkurrenz der Veranstalter im Buhlen um die Gunst des Reisenden: "Meist kalkulieren die Veranstalter die Reisepreise an den Grenzen der Wirtschaftlichkeit." Der Kunde profitiere zudem vom Wettbewerb zwischen den einzelnen Destinationen. Schacker betont: "Noch nie stand so breiten Bevölkerungsschichten ein so breites Angebot zur Verfügung." Sie rät den Verbrauchern, ins Reisebüro zu gehen, sich dort beraten zu lassen und auch Vergleichspreise aus den Vorjahren zeigen zu lassen.

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