Bund der Versicherten will Hausrat-Versicherung verändern
Vorschlag für neue Flut-Versicherung

Der Bund der Versicherten fordert, dass jeder sich gegen Unwetter versichern kann. Ein neues Gesetz soll Abhilfe schaffen.

am DÜSSELDORF. Eine Antwort auf seinen Vorschlag wird Frank Braun wohl weder von der Bundesregierung noch von der Opposition zurzeit bekommen. Sie alle machen Wahlkampf im Wasser - an Gesetzesänderungen für künftige Flutkatastrophen mag niemand denken.

Der Geschäftsführer des Bundes der Versicherten fordert, dass der Gesetzgeber eine Überschwemmungsversicherung im Versicherungsvertragsgesetz beim Abschluss einer Hausratversicherung automatisch festschreibt. Brauns Idee: "Es soll jeder die Möglichkeit erhalten, sich bei Schäden, die an die Existenz gehen, zu versichern", sagte er dem Handelsblatt.

Hintergrund der Forderung ist, dass seiner Meinung nach viele Flutopfer keine Chance gehabt hätten, sich gegen das Hochwasser zu versichern, weil den Versicherern das Risiko in den gefährdeten Gebieten zu hoch gewesen sei, etwa in Teilen Passaus.

Siegfried Brockmann, Sprecher des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), verweist dagegen darauf, dass etwa in Dresden alle Bewohner eine solche Versicherung bekommen hätten, weil die Stadt an der Elbe in der niedrigsten Risikoklasse geführt wird.

Für die Versicherungswirtschaft findet er Brauns Idee sogar "charmant", könnten doch die Versicherer das Risiko besser streuen, wenn sich nicht nur Menschen in gefährdeten Gebieten versicherten. Dennoch winkt Brockmann ab: "Der Staat hat sich bislang zu Recht mit Pflichtversicherungen zurück gehalten - Aufwand für Kontrolle und Durchsetzung stehen in keinem Verhältnis zum Ertrag." Außerdem würden sich Wohnungsbesitzer im fünften Stock fragen, warum sie iene solche Versicherung brauchen.

Dennoch steigt bei den Versicherern die Nervosität: Zu Wochenanfang gaben sie sich noch gelassen, da laut GDV nur wenige Hausbesitzer eine Hochwasser-Versicherung abgeschlossen hätten. Doch je stärker ostdeutsche Bundesländer betroffen sind, desto mehr Schäden müssen die Versicherer nun doch regulieren. Denn Flutopfer in Sachsen und Sachsen-Anhalt sind besser geschützt als Betroffene etwa in Bayern. Sie verfügen vielfach noch über eine Police aus DDR-Zeiten - und die schloss auch Hochwasser-Schäden ein.

Verwaltet werden die Policen inzwischen von der Allianz. "Drei Millionen solcher Versicherungen haben wir gezählt," sagt ein Sprecher - sein Haus dürften also größere Schäden zu regulieren haben als andere Versicherer.

Quelle: Handelsblatt

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