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Bund erklärt «Topographie» zum Zentrum der GedenkstättenarbeitDPA-Datum: 2004-07-09 15:35:07

Berlin (dpa) - Das geplante Dokumentationszentrum «Topographie des Terrors» in Berlin ist für den Bund «das Zentrum der Gedenkstättenarbeit über das Terrorsystem und die Täter» der NS-Zeit. Das betonte Knut Nevermann als Vertreter von Staatsministerin Christina Weiss bei einem öffentlichen Symposium im Berliner Martin-Gropius-Bau über die zukünftige Gestaltung der benachbarten Gedenkstätte. An der Tagung nahmen Politiker, Historiker, Architekten und Stadtplaner teil.

Berlin (dpa) - Das geplante Dokumentationszentrum «Topographie des Terrors» in Berlin ist für den Bund «das Zentrum der Gedenkstättenarbeit über das Terrorsystem und die Täter» der NS-Zeit. Das betonte Knut Nevermann als Vertreter von Staatsministerin Christina Weiss bei einem öffentlichen Symposium im Berliner Martin-Gropius-Bau über die zukünftige Gestaltung der benachbarten Gedenkstätte. An der Tagung nahmen Politiker, Historiker, Architekten und Stadtplaner teil.

Das Symposium markierte den Neubeginn nach dem jahrelangen Streit um den komplizierten Entwurf des Schweizer Architekten Peter Zumthor. Der Bund und Berlin hatten sich als gemeinsame Träger des Projekts im Mai aus Kostengründen davon verabschiedet. Nevermann betonte, dass sich die Bausumme für den Neubau nicht «aus fiktiven Haushaltsresten - 40 Millionen Euro minus 15 Millionen Abbruchkosten macht 25 Millionen Rest» ergebe, «sondern aus dem Bedarf, dem Raumprogramm und dessen angemessenen Realisierungskosten». Er sagte, dass es kein Nutzungskonzept und keine Ausschreibung zum neuen Architektenwettbewerb geben werde, die nicht die Zustimmung der Topographie-Stiftung finden. Der Bund werde jetzt aber Bauherr.

Der geschäftsführende Direktor der Stiftung, Andreas Nachama, betonte, die Stiftung werde «nicht ein zweites Mal zum hilflosen und fremdbestimmten Objekt eines allein behördlichen Bauregiments» werden. Sie wolle auch kein Denkmal am «Kreuzungspunkt der Geschichte des 20. Jahrhunderts», sondern einen lebendigen Informations- und «Lernort» über die Schrecken des NS-Terrorsystems für vermutlich jährlich eine halbe Million Besucher. Im letzten Jahr seien etwa 1000 Gruppen über das rund 4,6 Hektar große Gelände der früheren Zentralen von Gestapo und SS mit ihren Folterkellern geführt worden. «Die offene Wunde, das brachliegende Gelände, muss sichtbar bleiben», betonte Nachama.

Nach weiteren Fachberatungen über die Zukunft des Geländes und der Architektenausschreibung 2005 soll 2006 mit dem Bau begonnen werden. Die Fertigstellung wird für 2008 erwartet.

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