Bund lässt Sommer im Regen stehen
Telekom verbessert Bilanz im zweiten Quartal

Spekulationen um einen möglicherweise kurz bevorstehenden Rücktritt von Telekom-Chef Ron Sommer haben den Kurs der T-Aktie beflügelt.

HB/dri/slo BERLIN. Die Papiere stiegen am Nachmittag um 5 % auf gut elf Euro. In Sommers Umfeld wurden allerdings Rücktrittsabsichten als "Unsinn" zurückgewiesen. Die Gerüchte über eine bevorstehende Ablösung des Telekom-Vorstandschefs, die seit Wochenanfang von Berliner Regierungskreisen gestreut werden, erhielten neue Nahrung: Bundeskanzler Gerhard Schröder weigerte sich gestern demonstrativ, zu Sommer Stellung zu nehmen. Am Ende einer Betriebsversammlung der BASF verweigerte Schröder auf eine entsprechende Frage die Antwort und verließ den Raum. Bisher hatte die Bundesregierung stets darauf verwiesen, dass für Entscheidungen bei der Telekom allein der Aufsichtsrat zuständig sei.

Dessen Präsidium tagte gestern bis zum Abend, der Termin soll schon länger geplant gewesen sein. Ursprüngliches Thema: Die Vorbereitung der Aufsichtsratssitzung im August, hier soll der Telekom-Chef erklären, wie es zum Kursverfall der T-Aktie kommen konnte. In Aufsichtsratskreisen hieß es auch, das Gremium wolle die Regierung um eine Stellungnahme zur Zukunft Sommers ersuchen. Lange soll dann auch über das Schicksal des Telekom-Chefs debattiert worden sein.

Gleichzeitig war aus dem Umfeld des Aufsichtsrats zu erfahren, dass die Telekom das erste Halbjahr mit guten Zahlen abgeschlossen habe. Allein im zweiten Quartal habe sie den Schuldenberg von 68 Mrd. Euro auf unter 65 Mrd. Euro abgebaut, größtenteils aus eigener Ertragskraft. Man sei optimistisch, bis Ende des Jahres die Schulden auf 60 Mrd. Euro drücken zu können. Wie es weiter hieß, hat der Konzern den Abwärtstrend im Festnetzgeschäft gestoppt und den Umsatz gegenüber dem ersten Halbjahr 2001 um etwa 10 % gesteigert. In der Mobilfunksparte T-Mobile liege das Halbjahres-Ergebnis vor Abschreibungen, Steuern und Zinsen (Ebitda) um etwa eine Mrd. Euro höher als im Vorjahreszeitraum. Die US-Mobilfunktochter Voicestream habe mehr Neukunden gewonnen und werde 2002 die Zehn-Millionen-Marke erreichen. Im ersten Quartal hatte Voicestream 7,5 Millionen Kunden.

Quelle: Handelsblatt

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