Bund will Entscheidung über Bahn-Netz-Trennung nicht beschleunigen
Weiter Streit zwischen Mehdorn und Bodewig

Bahnchef Hartmut Mehdorn und Verkehrsminister Kurt Bodewig sind weiter auf Konfrontationskurs. Das Verkehrsministerium wies am Mittwoch Mehdorns Appell zurück, schneller über die von ihm abgelehnte Trennung von Bahnbetrieb und Schienennetz zu entscheiden.

ap BERLIN. Man bleibe dabei, die Möglichkeiten der Trennung in der von Bodewig eingesetzten Task Force zu diskutieren und innerhalb von zwei Jahren vorzubereiten, erklärte ein Ministeriumssprecher. Das entspreche auch EU-Vorgaben.

Mehdorn hatte im "Handelsblatt" ( Mehdorn schlägt Alarm) gewarnt, dass eine längere Diskussion um die Herauslösung des Schienennetzes aus dem Konzern dessen Sanierung gefährde. Die Ungewissheit wirke sich verheerend auf die Motivation der Mitarbeiter aus, solange eine Rückkehr des Netzes unter staatliche Kontrolle nicht vom Tisch sei, erklärte Mehdorn nach Angaben des Blattes.

Dazu sagte der Ministeriumssprecher: "Langsam gewöhnt man sich an Tartarenmeldungen". Auch die Bahn-Warnung eines Milliardendefizits sei nicht in Erfüllung gegangen. Die Bahn solle sich nun vor allem der Sanierung des Schienennetzes zuwenden, für das der Bund zusätzlich sechs Milliarden Mark aus UMTS-Erlösen zur Verfügung gestellt hat.

Der FDP-Verkehrspolitiker Horst Friedrich meinte, Mehdorn werde zunehmend zur Belastung für die Bundesregierung. Ziele der Politik müssten Stärkung der Schiene, Kundenorientierung und Wettbewerb sein. "Wenn Hartmut Mehdorn dieser Politik im Wege steht, muss über Konsequenzen nachgedacht werden", erklärte Friedrich. Die CSU-Politikerin Dagmar Wöhrl beklagte, dass Mehdorn und Bodewig `derart aneinander geraten". Es gehe nicht mehr darum, "wie Bodewig das alles politisch überlebt, sondern ob er es überlebt".

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