Bundesärztekammer fordert drastische Senkung
Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung sind angeblich zu hoch

ap MAINZ. Die Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung liegen nach einem Bericht des Fernsehmagazins "Report Mainz" zu hoch. Immer mehr wissenschaftliche Studien wiesen auch bei weit unter den Grenzwerten liegenden Strahlenbelastungen auf Gesundheitsschäden hin, berichtete das Magazin des Südwestrundfunks am Dienstag.

Die Bundesärztekammer verlangte vom Bundesamt für Strahlenschutz daher eine drastische Senkung der Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung. "Wir fordern das Amt auf, sich mit den seriösen wissenschaftlichen Ergebnissen auseinander zu setzen", sagte das Vorstandsmitglied der Kammer, Heyo Eckel, dem Magazin.

Mehr als 40 Studien geben dem Magazin zufolge Hinweise darauf, dass Mobilfunkstrahlung auch weit unterhalb der bestehenden Grenzwerte wirken kann. Bei entsprechenden Versuchen sei es zu Hirnschäden bei Tieren, Erbgutveränderungen in menschlichen Zellen sowie Tumorwachstum und Krebs bei Mäusen gekommen. Dem Bericht zufolge ist daneben bei Kühen die Zahl der Missbildungen in der Nähe von Mobilfunkstationen erheblich höher als auf Höfen ohne Strahlenbelastung.

"Report Mainz" liegen nach eigenen Angaben Teilergebnisse einer Studie im Auftrag des bayerischen Umweltministeriums vor. Bei der Untersuchung von Bauernhöfen in Bayern und Hessen mit und ohne Mobilfunkbelastung wurde demnach bei Tieren in der Nähe von Mobilfunkanlagen ein verändertes Weide-, Futter- und Liegeverhalten festgestellt. Diese Ergebnisse weisen den Wissenschaftlern zufolge auf "Zusammenhänge zwischen Strahlenexposition und Verhalten hin".

Am Montag hatte Bundeswirtschaftsminister Werner Müller ein Gesundheitsrisiko durch die neuen Mobilfunknetze ausgeschlossen. Es gebe derzeit keinen "begründeten Verdacht", um die gesetzlichen Vorgaben zu ändern, sagte Müller.



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