Bundesärztekammer geht auf Distanz
Therapeutisches Klonen "mehr als ethisch bedenklich"

Die Bundesärztekammer beurteilt die Initiative des britischen Parlaments zur Legalisierung des therapeutischen Klonens embryonaler Stammzellen als "mehr als ethisch bedenklich". Dies dürfe "keinesfalls zu vorschnellen Änderungen des Embryonenschutzgesetzes" verleiten, warnte der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, am Mittwoch in Köln.

ddp KÖLN. Vor allem müsse zunächst geklärt werden, ob nicht auch mit körpereigenen erwachsenen Stammzellen neue Therapien für bislang unheilbare Krankheiten entwickelt werden könnten. Zudem werde das Klonen embryonaler Stammzellen "ganz erhebliche Auswirkungen auf unser Verständnis von Menschenwürde und schützenswertem Leben" haben.

Beim therapeutischen Klonen würden Embryonen regelrecht verbraucht, betonte Hoppe. Der eigens für diese Zwecke künstlich erzeugte Embryo werde nach der Entnahme von Stammzellen getötet. Dies werfe die grundsätzliche Frage auf, wann menschliches Leben beginne und wann es geschützt werden müsse. Aus biologischer und ärztlicher Sicht sei ein Embryo von der Verschmelzung der Keimzellen an ein Mensch, betonte der Präsident der Bundesärztekammer. Er fügte hinzu: "Das therapeutische Klonen mit Embryonen ist deshalb nichts anderes als der Verbrauch ganz junger Menschen und damit ein fürchterlicher Sieg des Kommerz über ethische Grundsätze."

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