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Bundesanstalt fürchtet Maiswurzelbohrer

Braunschweig (dpa) - Der gefährliche Westliche Maiswurzelbohrer kann nach Befürchtung der Biologischen Bundesanstalt (BBA) jederzeit Deutschland erreichen. Im vergangenen Jahr sei der aus Nordamerika nach Europa eingeschleppte Schädling erstmals im Elsass entdeckt worden, nur 4,7 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Braunschweig (dpa) - Der gefährliche Westliche Maiswurzelbohrer kann nach Befürchtung der Biologischen Bundesanstalt (BBA) jederzeit Deutschland erreichen. Im vergangenen Jahr sei der aus Nordamerika nach Europa eingeschleppte Schädling erstmals im Elsass entdeckt worden, nur 4,7 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Das sagte BBA-Sprecherin Gerlinde Nachtigall am Dienstag in Braunschweig. Bei einer Ausbreitung in Deutschland sei fast ein Viertel der gesamten Maisanbaufläche von 1,5 Millionen Hektar gefährdet, vor allem die großen Anbaugebiete. Die Schadenshöhe würde jährlich mindestens 25 Millionen Euro betragen.

Jedes Jahr wandere der Maiswurzelbohrer aus verschiedenen Richtungen etwa 30 bis 40 Kilometer weiter. «Es wird versucht, ihn so lange wie möglich fern zu halten. Da Deutschland mitten in Europa liegt, ist es aber nur noch eine Frage der Zeit, bis er auch hier auftaucht», sagte Nachtigall. Möglicherweise geschehe das noch in diesem Jahr. Die Larven des bis zu sieben Millimeter langen Käfers zerfressen die Wurzeln der Maispflanzen, so dass die Ernte erheblich beeinträchtigt wird. Die BBA informiert in einem neuen Faltblatt über die aktuelle Situation.

Der in Nordamerika heimische Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera) darf weder nach Europa eingeschleppt noch darin verbreitet werden. Für Deutschland habe die BBA zusammen mit anderen Gruppen eine Leitlinie für amtliche Maßnahmen erarbeitet, die im Mai von Bund und Ländern verabschiedet worden sei, sagte Nachtigall. Demnach soll bei einem Befall keine Mais-Monokultur betrieben werden. Vorwiegend gegen die Larven sollen Insektizide zum Einsatz kommen.

In Europa tauchte der Maiswurzelbohrer erstmals 1992 in Jugoslawien auf. Von dort breitete er sich durch Transporte per Lastwagen, Flugzeug oder Schiff weiter aus, unter anderem nach Österreich, Slowenien, Frankreich und in die Niederlande.

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