Bundesanwalt schlägt zu
Helfer von Attentäter Atta in Hamburg festgenommen

Generalbundesanwalt Kay Nehm hat einen weiteren mutmaßlichen Unterstützer der Hamburger Terrorzelle festnehmen lassen. Der Marrokaner soll die Extremisten logistisch unterstützt haben.

rtr KARLSRUHE. Ein weiterer mutmaßlicher Helfer der Attentäter vom 11. September 2001 in den USA ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft festgenommen worden. Der 29-jährige Abdelghani Mzoudi sei dringend verdächtigt, die terroristische Vereinigung um Mohamed Atta durch logistische Maßnahmen unterstützt zu haben, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Der Marokkaner habe zu den Mitgliedern der Gruppe langjährige und enge Beziehungen unterhalten und sich wie sie in Ausbildungslagern in Afghanistan aufgehalten. Er habe die Ziele der Männer gekannt und unterstützt, teilte die Bundesanwaltschaft weiter mit.

Damit umfasst die Hamburger Gruppe der mutmaßlichen USA-Attentäter und ihrer Helfer insgesamt acht Männer. Zu der Gruppe gehören die bei den Anschlägen ums Leben gekommenen Atta, Marwan Alshehhi und Ziad Jarrah sowie die mit internationalem Haftbefehl gesuchten Männer, Said Bahaji und Zakariya Essabar sowie den im vergangenen September in Pakistan verhaftete Ramzi Binalshibh. Gegen einen weiteren mutmaßlichen Helfer Mounir El Motassadeq hat die Bundesanwaltschaft im August Anklage vor dem Hamburger Oberlandesgericht erhoben.

Der jetzt verhaftete Mzoudi soll den Angaben zufolge langjährige enge Beziehungen zu sämtlichen Mitgliedern der Gruppe unterhalten haben. Besonders engen Kontakt habe er jedoch zu Essabar und Motassadeq gehabt. Ende 2000 habe der Beschuldigte Essabar zur Finanzierung seiner geplanten Flugausbildung in den USA Geldmittel zur Verfügung gestellt. Außerdem habe er maßgebliche Hilfe bei der Verschleierung des Aufenthaltsortes Alshehhis geleistet. So habe er ihm für die letzten Wochen in Deutschland ein Zimmer in einem Studentenwohnheim besorgt, in dem sich dieser bis zu seinem Abflug in die USA Mai Ende 2000 unbemerkt aufhalten konnte.

Im Sommer 2000 habe er sich, teilweise zeitgleich mit Essabar und Motassadeq, in Ausbildungslagern der El Kaida in Afghanistan aufgehalten. In den Lagern hatten sich auch die übrigen Mitglieder der Gruppe aufgehalten. Der Aufenthalt habe auch dazu gedient, mit den Verantwortlichen des El Kaida - Netzwerkes Einzelheiten der Anschläge sowie deren logistische Unterstützung abzustimmen, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Erst eine Zeugenaussage im Sommer über den Aufenthalts Mzoudis in Afghanistan habe die jetzige Festnahme möglich gemacht. Der Beschuldigte werde am Freitag dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt, teilte die Behörde weiter mit.

Die USA halten Osama Bin Laden und seine El Kaida für die Drahtzieher der Anschlägen vom 11. September 2001, bei denen etwa 3000 Menschen getötet wurden. Die Attentäter hatten damals Passagierflugzeuge entführt und in das New Yorker World Trade Center und das US-Verteidigungsministerium bei Washington gelenkt. Vertreter El Kaidas hatten die Anschläge als von Gott gesegneten Teil eines heiligen Krieges begrüßt.

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