Bundesanwaltschaft weist Bericht zurück
Anschlagsplan für Berliner Atomreaktor dementiert

Die Bundesanwaltschaft hat einen Bericht zurückgewiesen, nach dem es Hinweise geben soll, dass die Al-Tawhid-Gruppe vergangenen Herbst einen Anschlag auf den Berliner Atomreaktor des Hahn-Meitner-Instituts geplant hat.

Reuters KARLSRUHE. Eine Sprecherin der Behörde sagte am Freitag zu einem Bericht des Berliner "Tagesspiegel", es bestünden keinerlei Zusammenhänge zwischen dem geschilderten Vorfall und dem laufenden Ermittlungsverfahren gegen Mitglieder der Al-Tawhid-Gruppe oder zu anderen islamistischen Gruppierungen. Die Zeitung hatte berichtet, mindestens zwei Mal habe vergangenen Oktober ein Kleinflugzeug über der Berliner Anlage gekreist. Ermittlungen hätten ergeben, dass ein deutscher Pilot und ein arabischstämmiger Mann in der Maschine saßen. Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft hätten offenbar zu der bundesweiten Razzia am Dienstag gegen die Gruppe geführt, schrieb die Zeitung.

Die Sprecherin sagte, die Spur sei abgeklärt worden und hätte nichts ergeben. Ein Ermittlungsverfahren sei nicht eingeleitet worden. Dem Bericht zufolge waren die Ermittlungen unter dem Titel "Abu Ali" geführt worden, dem Decknamen des am Dienstag festgenommenen Yaser H. Der 36-jährige Palästinenser gilt als Kopf der palästinensischen Gruppierung, deren mutmaßliche Mitglieder am Dienstag und Mittwoch in verschiedenen deutschen Städten festgenommen worden sind. Der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof hat bislang neun Haftbefehle ausgestellt. Sieben davon gründen sich auf den Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, einem Mann wird Unterstützung vorgeworfen und einem Weiteren wird unerlaubter Waffenbesitz zur Last gelegt.

Aggressiv-militanter Fundamentalismus

Die Al-Tawhid-Gruppe ist nach den Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden ein Verband Gleichgesinnter, der auf der Grundlage eines aggressiv-militanten Fundamentalismus den weltweiten Dschihad (Heiligen Krieg) fördert und unterstützt. Sitz der Bewegung in Europa soll Großbritannien sein. Die deutsche Gruppe wird den Erkenntnissen zufolge von zwei Führern im Ausland gesteuert. Sie habe dazu übergehen wollen, Anschläge in Deutschland zu verüben, hatte Generalbundesanwalt Kay Nehm mitgeteilt. Konkrete Ziele seien jedoch nicht anvisiert worden.

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