Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel analysiert Marktbewegungen
WWL Internet weist Spekulation um Insiderhandel zurück

Die Internetagentur WWL Internet AG hat Spekulationen über einen möglichen Insiderhandel im Vorfeld ihrer Pflichtveröffentlichung am 26. März zurückgewiesen.

Reuters FRANKFURT. "Wir haben uns nichts zu Schulden kommen lassen", sagte Unternehmenssprecher Stefan Mehler am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Das Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel (BaWe) analysiere die Marktbewegungen routinemäßig. "Das wird undramatisch ausgehen", sagte Mehler. Die am Neuen Markt gelistete Gesellschaft werde sich auf Kerngeschäftsfelder konzentrieren und den Konzernumsatz 2001 um fünf Prozent auf 18 (Vorjahr: 17,21) Mill. Euro steigern, kündigte Vorstandschef Michel Lindenberg an. Prognosen über das Erreichen der operativen Gewinnschwelle wollte er nicht machen. Bei liquiden Mitteln von sechs Mill. Euro bleibe dazu nicht viel Zeit, das Unternehmen sei aber nicht existenziell gefährdet.

Das BaWe analysiere, warum einen Tag vor der Pflichtmitteilung das Handelsvolumen bei 90 000 Euro gelegen habe, während der Durchschnittswert der vergangenen 30 Tage 55 000 Euro betrug, sagte der Sprecher. "Ich sehe einen Zusammenhang mit unserer Ankündigung, noch Ende März Zahlen zu veröffentlichen. Da haben wohl einige Anleger verkauft oder gekauft." In der Ad-Hoc-Mitteilung hatte WWL bekannt gegeben, dass im Geschäftsjahr 2000 der Jahresfehlbetrag auf 23,52 (minus 2,89) Mill. Euro gestiegen sei. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen habe sich auf minus 11,6 Mill. Euro statt der vorläufig erwarteten minus neun Mill. Euro belaufen. Das Unternehmen führte den größeren Verlust auf Restrukturierungsaufwendungen und Wertberichtigungen zurück.

Die Erwartungen in die WWL Bremen/Lilienthal hätten sich nicht erfüllt, sagte Finanzvorstand Mario Rosso. Die alte Optinet sei mit 13,3 Mill. Euro abgeschrieben worden und werde entweder veräußert oder geschlossen. Des Weiteren habe sich WWL von Beteiligungen und Mitarbeitern getrennt und seine Vertriebsaktivitäten gestärkt, um bald profitabel zu werden, sagte Lindenberg. Mit der Schließung der Niederlassung Prag reduziere sich die Zahl der Mitarbeiter von derzeit 347 auf 275.

Kerngeschäftsbereich trug zu 98 % zum Umsatz bei

Der Kerngeschäftsbereich habe im vergangenen Jahr zu 98 % zum Umsatz beigetragen. Hierzu zähle die Entwicklung und Umsetzung von Internet-Strategien ("wwwl interactive"), das Angebot von Komplettlösungen ("wwl network") sowie die Beratung und Betreuung von Kunden ("wwl services"). Im Produktbereich stünden die Zeichen derzeit klar auf Ausgründung. Dieser Bereich habe nur 1,3 % des Umsatzes erwirtschaftet. Nach den Schwierigkeiten mit der Beteiligung am Internet-Kosmetikgeschäft Beautynet "werden wir von Finanzbeteiligungen dieser Art in diesem Jahr die Finger lassen". Die Beteiligung sei bis auf den Nennwert, die an trendscouts.com vollständig abgeschrieben worden. Bei Shop-Lösungen setzte WWL künftig auf eigene Produkte und nicht mehr auf alle exklusiven Partnerschaften. So trenne sich WWL von Intershop und werde die Lücke nicht durch einen anderen strategischen Partner schließen.

WWL sei optimistisch, mit der neuen Struktur den Umsatz steigern zu können, sagte Lindenberg. Dabei seien die ausfallenden Umsätze von rund fünf Mill. Euro durch die Aufgabe des Standorts Bremen/Lilienthal bereits eingerechnet. Die liquiden Mittel reichten aus, um die Maßnahmen umzusetzen. Im schlimmsten Fall werde WWL der Rücken von einem Großaktionär gestärkt, sagte Rosso. Die Synchotech Invest B.V. ist mit 21,96 % an der Internet-Agentur beteiligt. Zwar lägen die Auftragseingänge im ersten Quartal 2001 voraussichtlich unter dem Volumen des vierten Quartals 2000 (2,79 Mill. Euro), jedoch seien die Auftragseingänge im März auf ein Rekord-Niveau von 1,2 Mill. Euro gestiegen, hieß es. Für das erste Quartal 2001 erwarte WWL noch leicht unterdurchschnittlich ausgelastete Kapazitäten und Erlöse von rund 2,9 (3,4) Mill. Euro. Bei wieder stärkerer Kapazitätsauslastung im zweiten Quartal rechne WWL mit Umsätzen von mindestens 4,1 (4,3) Mill. Euro.

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