Bundesaußenminister Steinmeier
Der Gratwanderer

Frank Steinmeier, -Walter Bundesaußenminister und früherer Kanzleramtschef ist einer der populärsten SPD-Politiker. Im Schatten von Kanzlerin Merkel sind viele außenpolitische Erfolge auf sein persönliches Engagement zurückzuführen. Im Herbst soll Steinmeier stellvertretender SPD-Vorsitzender werden - ein Spagat zwischen Innen- und Außenpolitik.

BERLIN Es sind nicht gerade einfache Wochen, die Frank Steinmeier-Walter hinter sich hat. Sicher, in den Umfragen sieht er sich mittlerweile regelmäßig an oberster Stelle der SPD-Politiker. Das gefällt auch dem Bundesaußenminister und früheren Kanzleramtschef, der gemeinhin nicht als eitler Mann gilt.

Aber auf seinem ureigensten Feld, der Außenpolitik, hat es der 51-Jährige derzeit etwas schwerer. Gerade erst musste Steinmeier in den Nachrichten verfolgen, wie sich Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in Libyen die Lorbeeren für die Freilassung der bulgarischen Krankenschwestern abholte, die Steinmeier monatelang vorbereitet hatte. Er selbst muss dagegen ein ums andere mal neue Geiselnahmen kommentieren.

Auf dem EU-Gipfel wurde der Erfolg der deutschen Ratspräsidentschaft klar der Bundeskanzlerin zugeschrieben - obwohl Steinmeier ebenfalls rastlos auf die Annahme des Reformvertrages hingearbeitet hatte. Die westliche Russland- und Türkei-Politik läuft derzeit ohnehin nicht in die Richtung, die Steinmeier anstrebt. Und die neuen französischen Quertreiber vermiesen ihm selbst die kleinen Erfolge. Kaum hatte Steinmeier Anfang der Woche in Brüssel die Initiative in den Kosovo-Verhandlungen ergriffen und nach Absprache mit den USA und Russland eine Troika vorgeschlagen, da mischte sich sein französischer Kollege Bernard Kouchner ein. Also er sei da aber sehr skeptisch, diktierte er in die Mikrofone. Dass die Troika nun doch kommt, wird dagegen kaum noch wahrgenommen.

Steinmeier, immer im Dienst der Sache, nimmt dies hin. Gelassenheit pflegt er geradezu als Markenzeichen. Und auch wenn er wie jetzt im "Stern"-Interview auf seine rhetorischen Schwächen und seine teilweise verschrobenen Sätze angesprochen wird, bleibt er ruhig. "Man wird aus mir keinen anderen Menschen stylen können." Er habe so genug in die Politik einzubringen. Das klingt selbstbewusst.

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