Bundesbank-Bericht
Banken zahlen kaum noch Steuern

Die Erträge der Kreditinstitute gehen zurück - und mit ihnen auch die Steuerzahlungen. Die Bundesbank warnt vor einem weiteren Ertragsrückgang des Kreditgewerbes.

pot FRANKFURT/M. Die deutschen Kreditinstitute zahlen immer weniger Steuern. Nach Angaben der Bundesbank lagen die ertragsabhängigen Steuern der Branche im vergangenen Jahr so niedrig wie seit Anfang der achtziger Jahre nicht mehr. Dies gehe nur zum Teil auf die Ertragsflaute zurück. Zudem wirkten sich wie bereits im Vorjahr die Senkung der Körperschaftsteuer auf 25 % im vergangenen Jahr aus, schreibt die Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht.

2001 beliefen sich die ertragsabhängigen Steuern aller deutschen Kreditinstitute auf nur noch 3,7 Mrd. Euro - dies waren immerhin drei Mrd. weniger als im Jahr zuvor. Die Steuerquote fiel damit auf 26 %, so die Bundesbank. Zwei Jahr zuvor waren es noch 42 % gewesen.

Ein trübes Bild zeichnet die Bundesbank für die Ertragsperspektiven der Kreditwirtschaft. Nachdem der Betriebsgewinn bereits im vergangenen Jahr um über ein Drittel gesunken sei, sei für dieses Jahr mit einer "weiteren Verschlechterung der Ertragslage" zu rechnen. Belastet werde die Branche vor allem durch den Anstieg der Insolvenzen und den Kursverfall am Aktienmarkt. Die Pleitewelle zwinge die Banken zu einer höheren Risikovorsorge. Die Börsenbaisse lasse zum einen die Provisionserlöse schmelzen, weil die Anleger weniger Aktien handeln. Zum anderen würden die Gewinne im Eigenhandel geschmälert. Im laufenden Jahr dürfte sich die negative Wirkung dieser beiden Faktoren gegenüber 2001 noch einmal akzentuieren, fürchtet die Bundesbank.

Etwas besser ist es um den Zinsüberschuss bestellt, der schon im letzten Jahr leicht anstieg und auch 2002 die Erträge stabilisieren könnte. Zudem sieht die Bundesbank eine gewisse Entspannung auf der Kostenseite. Die bereits im letzten Jahr eingeleiteten Sparprogramme dürften sich nunmehr bemerkbar machen. Dies gelte insbesondere für die Personalkosten, nachdem die Branche zuletzt massiv Stellen gestrichen hat. Im vergangenen Jahr sank erstmals seit 1996 die Zahl der Beschäftigten im Kreditgewerbe. Nach dem Abbau von 5 600 Stellen beschäftigt die Branche jetzt noch 728 000 Mitarbeiter. Die schon seit geraumer Zeit rückläufige Anzahl von Banken und Filialen hat sich auch 2001 fortgesetzt. Die Zahl der Banken sank um 8 % auf 2 517, die der Zweigstellen schrumpfte um 5,5 % auf 37 427.

Alle Kreditinstitute zusammen buchten im vergangenen Jahr einen Überschuss nach Steuern von 10,4 Mrd. Euro. Dies waren 2,2 Mrd. Euro weniger als 2000. Zugleich war das letzte Jahr bereits das dritte Geschäftsjahr in Folge, in dem die Branche einen Ertragsrückgang verbuchen musste. Das Betriebsergebnis fiel sogar um 35 %. Besonders kräftig war dabei der Einbruch bei den Großbanken mit minus 77 %. Die Großbanken weisen auch die schlechteste Aufwand/Ertrag-Relation der Branche auf: Für jeden Euro, den sie einnehmen, müssen sie 0,84 Euro ausgeben. Die Ertragsflaute bewirkte einen erneuten Rückgang der im europäischen Vergleich ohnehin niedrigen Eigenkapitalrendite der Kreditwirtschaft auf nur noch 4,6 % nach Steuern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%